Hansen: CO2-Steuer statt Emissionshandel
"Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden brauchen wir eine Kohlendoxid-Steuer", so NASA-Wissenschaftler James Hansen anlässlich der Klimakonferenz in Kopenhagen. Für den UN-Klimagipfel im Dezember und ein internationales Klimaschutz-Abkommen riet Hansen von der Einführung eines Emissionshandels ab.

Hansen: Die Einführung eines weltweiten Emissionshandels kostete zu viel Zeit und zu viele Kompromisse
Am heutigen Donnerstag endet die
dreitägige Konferenz der Wissenschaftler in Kopenhagen. Über
2.000 Forscher aus aller Welt hatten an dem Treffen teilgenommen, um
in Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenz im Dezember ebenfalls in
Kopenhagen die neuesten Erkenntnisse zum Klimawandel zu diskutieren.
Die belegen vor allem eines: Die Erderwärmung schreitet
schneller voran als bisher gedacht.
Klimaforscher befürchten deshalb nach jüngsten Studien noch innerhalb dieses Jahrhunderts einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu einen Meter.
Hansen warnte als einer der ersten
Klimaforscher in den Vereinigten Staaten bereits in den 80er Jahren vor der Erderwärmung. Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels
abzuwenden, müsse die Konzentration von Kohlendioxid in der
Atmosphäre deutlich sinken, so der Klimaforscher: Die Schwelle liege jedoch nach aktuellen
Forschungserkenntnissen weitaus niedriger als noch etwa im vierten
Sachstandsbericht des Weltklimarats von 2007 angegeben. "Nur eine
Kohlendioxid-Steuer würde innerhalb eines internationalen
Abkommens schnell genug Wirkung zeigen", so Hansen gegenüber
der Nachrichtenagentur AFP.
Der aktuelle Preisverfall von Kohlendioxid durch die Wirtschaftskrise weise im europäischen Emissionshandel auf die Anfälligkeit des Systems hin. Vor allem aber sei der Emissionshandel schlichtweg zu kompliziert: "Es kostet 10 Jahre darüber zu verhandeln und alle Länder an Bord zu bekommen. Dazu müssen zu viele Kompromisse eingegangen werden", so Hansen. Das mache den Mechanismus zu ineffektiv.
Foto: Messina
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