FAO: Wachsenden Fleischkonsum regulieren
Die Viehhaltung spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Erderwärmung. Dies war ein Ergebnis des Jahresberichts 2009, den die Welternährungsorganisation FAO am heutigen Donnerstag in Rom vorstellte. Seit 1980 hat sich der Fleischkonsum weltweit um ein Drittel erhöht - in den Industriestaaten steigerte er sich von jährlichen 76 Kilogramm auf 82 Kilogramm, in den Entwicklungsländern von 14 auf 30 Kilogramm pro Kopf. Um den weiterhin wachsenden Bedarf klima- und umweltfreundlich zu gestalten, bedürfe es dringender Investitionen und Regulierungen.

Grund für den rasanten Wachstum des Sektors sind die gestiegene Kaufkraft in einigen Ländern Südostasiens und Südamerikas, stellt der Bericht fest. Während er schon heute teils wichtige Beiträge zur Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung leiste, seien die ärmsten Bevölkerungsteile an dem Wachstum bislang meist kaum beteiligt. Es fehle zudem an Investitionen und Regulierung - die Folgen sind Umweltschäden und steigende Treibhausgasemissionen.
Eine unregulierte Viehwirtschaft hat verheerende Konsequenzen für das Klima, warnt etwa Henning Steinfeld, Leiter des Bereichs Politik in der Tierproduktion der FAO, auf Zeit-Online. "Um Weideflächen oder Ackerland zu schaffen, werden Wälder abgeholzt, in Südamerika und anderswo. Durch die Veränderung des Bodens werden Klimagase freigesetzt." Als Gegenmaßnahme könne man eine Steuer auf den Fleischkonsum erwägen, ähnlich der Steuer auf den Verbrauch von Benzin. "Immerhin entstehen 18 Prozent der weltweit ausgestoßenen Klimagase durch die Tierproduktion."
Um dem wachsenden Nahrungsbedarf und der Klimakrise gleichermaßen Herr zu werden, empfielt die Organisation einen konzertierten Ansatz - von der regionalen Ebene bis hin zur internationalen Organisation müssen gemeinsame Politikansätze geschaffen werden, um nachhaltige und inklusive Produktionsweisen zu erarbeiten. Die industrialisierte Massentierhaltung sei dabei in der Pflicht, die Entwicklung auf dem Land zu unterstützen. Für letzteres könne man beispielsweise bäuerliche Kooperativen oder die so genannte Kontraktlandwirtschaft, in der einzelne Schritte an Kleinbauern ausgelagert werden, stärker fördern, so Henning Steinfeld.
klimaretter.info/lad
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