Agrar: Ungenutzte Reduktionspotenziale
11 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland entstehen in der Landwirtschaft. Das geht aus einer Studie des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hervor, das am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Neben Methan und Lachgas, die vor allem durch Tierhaltung und Düngung entstehen, spielen auch Kohlendioxid-Emissionen eine Rolle, die durch Landnutzungsänderungen verursacht werden.
Allein der Umbruch von Grünland und die Entwässerung von Mooren verursachen demnach rund ein Drittel der Agraremissionen, werden jedoch von der Politik gerne unter den Tisch fallen gelassen. Die Studie "Klimaschutz in der Landwirtschaft" untersucht bestehende politische Instrumente auf nationaler und europäischer Ebene dar. Im Rahmen der anstehenden Reformprozesse der EU-Agrarpolitik sollte sich Deutschland dafür einsetzen, dass Subventionen künftig nur noch Klimaschutz gebunden vergeben werden, so eine Forderung des Nabu.
Deutschland will seine Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent unter den Stand von 1990 senken. Mit den bislang greifenden Maßnahmen sei im Agrarsektor jedoch bestenfalls eine Reduktion von 20 Prozent erreichbar. Im Bereich der Landnutzungsänderungen sieht die Studie jedoch noch große ungenutzte Reduktionspotenziale. Um diese zu aktivieren, müssen demnach Maßnahmen wie der Schutz von bestehenden Kohlenstoffspeichern wie Mooren, die Minderung von Stickstoffemissionen im Bereich Tierhaltung und Düngung, eine verstärkte Humusförderung von landwirtschaftlich genutztem Boden zur Kohlenstofffiixierung und eine verstärkte Umstellung auf Ökolandbau vorangetrieben werden.
Für den Agrarsektor müsse es ein verbindliches Aktionsprogramm und klar formulierte Klimaziele geben, sagt Nabu-Präsident Olaf Tschimpke: "Für eine ernst gemeinte Reduktionsstrategie muss der Klimaschutz auch konsequenter als bisher in der Agrarpolitik verankert werden".
© wir-klimaretter.de/sam
Die vollständige Studie finden Sie HIER
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