Der Ökolandbau wächst zu langsam
Die deutsche Umweltbewegung kritisiert das Entwicklungstempo des Biolandbaus. Derzeit werden lediglich 5,1 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet. In ihrem Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie habe sich die Bundesregierung zu biologisch zu produzieren. Deutscher Naturschutzring (DNR), Nabu, BUND sowie die Verbraucherzentrale Bundesverband, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der Bioland-Verband forderten die Bundesregierung auf, den Ökolandbau in Deutschland entscheidend besser zu fördern.
Das Bündnis bezieht sich zur Begründung seiner Forderung auf Analysen, die die Vorteile des ökologischen Landbaus wissenschaftlich belegen. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW: „Wie kaum ein anderes wirtschaftliches System trägt der ökologische Landbau umfassend zu einer nachhaltigen Entwicklung bei. Arten werden geschützt, das Klima profitiert und eine zukunftsfähige ländliche Entwicklung wird gefördert, im sozialen und wirtschaftlichen Sinne. Auch hinsichtlich Energieeffizienz und Ressourcenschonung sind die Vorteile des ökologischen Landbaus wissenschaftlich eindeutig belegt.“
DNR-Präsident Hubert Weinzierl hält das Ziel von 20 Prozent Ökolandbau im Jahr 2015 für absolut realistisch: „Die Bundesregierung muss sich diese Zielmarke endlich klar zu eigen machen. Es ist ein ambitioniertes Ziel, aber es ist notwendig und erreichbar. Deutschland sollte sich ein Beispiel an Österreich nehmen, das heute bereits 13 Prozent Ökolandbaufläche erreicht hat, während wir bei uns nur 5,1 Prozent haben.“ Die Bundesregierung müsse ihre Nachhaltigkeitsstrategie mit ehrgeizigen Zielen konkretisieren. Konkrete Quoten für den Ökolandbau seien unverzichtbar. Ökolandwirtschaft ist deutlich klimaverträglicher als konventioneller Landbau, weshalb die ausweitung ein ganz wichtigen Beitrag zum Erreichen der deutschen Klimaziele liefern kann.
„Die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Biolebensmitteln wächst stetig“, sagte Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vbzv). „Doch rund die Hälfte aller Ökoprodukte muss bereits importiert werden. Dabei bevorzugen Verbraucherinnen und Verbraucher gerade in diesem Bereich Erzeugnisse aus Deutschland.“ Dem solle unter anderem auch die staatliche Förderung Rechnung tragen.
Eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorteilen des ökologischen Landbaus: Hier.
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