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Regierungsberater gegen längere Akw-Laufzeit


Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hält längere Laufzeiten für Atomkraftwerke für überflüssig und fordert die richtigen Weichenstellungen für den Umbau des Energiesystems: "Deutschland kann im Jahr 2050 zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden", sagte SRU-Vorstand Martin Faulstich am Mittwoch im Umweltausschuss des Bundestags. Die Versorgungssicherheit sei dabei "zu jeder Stunde des Jahres" gewährleistet.

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Im Herbst will die Bundesregierung ihr Energiekonzept vorstellen und lässt dabei bereits Szenarien für eine Verlängerung der Akw-Laufzeiten um bis zu 28 Jahre durchrechnen. Von der Atomenergie als "Brückentechnologie" halten die Regierungsberater jedoch wenig: "Die Brücke zu den erneuerbaren Energien steht bereits", sagt Olav Hohmeyer: Für die Übergangszeit seien weder längere Akw-Laufzeitverlängerungen noch neue Kohlekraftwerke erforderlich. Im Gegenteil: Durch die anstehende Erneuerung des Kraftwerksparks in Deutschland seien gute Voraussetzung für den Umstieg geschaffen: Bestehende und im Bau befindliche konventionelle Kraftwerke könnten sukzessive durch den Zubau Erneuerbarer ersetzt werden - zu wettbewerbsfähigen Kosten und ohne ohne Stromlücke.

Das Papier stützt sich auf Modellrechnungen des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dem Umweltrat zufolge müssen Speicher und Netze ausgebaut werden, um das schwankende Angebot von Wind- und Sonnenergie auszugleichen. Dabei setzt der SRU etwa auch auf die Nutzung von Wasserkraft- und Pumpspeicherpotenzialen in Zusammenarbeit mit skandinavischen Staaten wie Norwegen und Schweden. Nach den Berechnungen sind die sogenanten Stromgestehungskosten, die für private Haushalte etwa ein Drittel des Strompreises ausmachen, bei einem Erneuerbaren-System "wahrscheinlich sogar niedriger als bei einem Mix aus regenerativen und CO2-armen konventionellen Energiequellen". Dazu müsse die Politik jedoch auf "stringente Effizienz und Einsparung" sowie einen europäischen Verbund setzen.

"Damit ist klar: Weder eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken noch der Bau neuer Kohlekraftwerke mit Kohlendioxidabscheidung und -speicherung sind notwendig für den Übergang zur erneuerbaren Stromversorgung", folgern die Umweltexperten. Signifikante Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke würden dagegen zu Überkapazitäten im System führen und damit zu Ineffizienz und Verteuerung.

© wir-klimaretter.de/sam

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