Flasbarth fordert 100 Prozent Erneuerbare
"Eine Modernisierung der Stromversorgung kann aus meiner Sicht nur eine Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien bedeuten" fordert Jochen Flasbarth, der Präsident des Umweltbundesamtes UBA. Auf dem Gipfel der Energieversorgungsunternehmen 2010 in Heiligendamm - einer Art Davos für Energie-Manager, -Lobbyisten und - Politiker - erklärte Flasbarth: "Weder der Neubau von Kohlekraftwerken noch eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken ist auf diesem Weg sinnvoll."
"Die Stromerzeugung aus fossilen Kraftwerken ist für 40 Prozent der deutschen CO2-Emissionen verantwortlich – und damit ein Hauptverursacher der deutschen Treibhausgasemissionen", so der ehemalige NABU-Vorsitzende und spätere Spitzenbeamte im Bundesumweltministerium Flasbarth in seiner Rede, "Die fossilen Energieträger sind endlich, ihr Abbau verursacht Umweltschäden, ihre Verbrennung verschmutzt die Atmosphäre und die Luft. Auch die Abscheidung und Speicherung des Kohlendioxid bei der Verbrennung fossiler Energieträger ist schon wegen der begrenzten Ressource Kohle, aber auch wegen begrenzter Speicherkapazitäten kein nachhaltiger Lösungsansatz."
Seit Samstag hatten sich bis heute im noblen Heiligendamm Spitzen-Vertreter der Branche unter dem Motto "Die Versorgungswirtschaft im Wandel" getroffen. Auf der Webpage heißt es: "Die sorgfältige Auswahl der Teilnehmer gewährleistet, dass am EVU Gipfel ausschließlich Vertreter des Top-Level Managements der jeweiligen Unternehmen teilnehmen. Der Gipfel bietet somit eine seltene Gelegenheit für Networking und Gedankenaustausch auf höchster Ebene."
Unterdessen haben am Montag mehr als 150 Stadtwerke vor einer Wettbewerbsverzerrung auf dem deutschen Strommarkt gewarnt, sollte die schwarz-gelbe Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern. "Das Zeug muss vom Netz", sagte Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall zum gemeinsamen Vorstoß. Geschehe dies nicht, würde der Wettbewerb "gewaltig verzerrt". Zur Begründung gab van Bergen die Kapitalkosten an, die die Stadtwerke für Kraftwerksneubauten in vollen Umfang zu tragen hätten. Schließlich seien die Atomkraftwerke der vier großen Stomkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall voll abgeschrieben.
Allerdings sind die meisten Stadwerke-Projekte kohlekraftbasiert: Würde deren Strom gegen die relativ emissionsarme Atomkraft ersetzt, würde der deutsche Treibhausgasausstoß niemals bis 2050 - wie von Flasbarth gefordert - 2050 emissionsfrei sein.
Die Schlagzeilen
Am meisten gelesen
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Tempo 100 für das Klima
Klimaschutz soll ja mittlerweile recht populär sein. Aber auf den Straßen wird weiter gerast wie eh und je. Selbst die Grünen scheuen das Killerthema Tempolimit wie der Teufel das Weihwasser. Da bleibt nur die Selbsthilfe: Runter vom Gas - auch wenn ein genervtes Kopfschütteln der anderen Fahrer noch die freundlichste Reaktion ist.
[mehr...]
Was, bitte, sollen denn diese Aufkleber?
Im Redaktionsalltag gibt es immer wieder Themen und Texte, die uns besonders auffallen. Die brisanter sind als andere. Oder spannender. Oder bewegender. Mit bunten Aufklebern werden unsere Redakteurinnen und Redakteure (und gelegentlich auch Gäste) Sie künftig auf solche Texte hinweisen
Exklusiv Das BMU zum Energiepapier Durchgesickert: Wie die Gutachter des Bundesumweltministe- riums die Leitszenarien zum Energiekonzept bewerten, können Sie HIER und HIER exklusiv nachlesen. Zugespielt wurde klimaretter.info auch dieses interne Strategie-Papier, das zeigt, wie die BMU-Experten das Energiekonzept vorbereiteten | Aktion des Monats Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus und Bahnchef Rüdiger Grube halten unbeirrbar an dem Milliardengrab Stuttgart 21 fest. Doch die Bürger aus Stuttgart und Umgebung lassen nicht locker. Unterstützen Sie den Widerstand, beteiligen Sie sich an zwei Petitionen! [mehr...] |
Serie New York, Shanghai, Venedig, Singapur, Jakobshavn - ein Zehntel der Erden- Bürger lebt in Küstennähe weniger als zehn Meter über dem Meeresspiegel. Was tun, wenn das Wasser steigt? [mehr...] | Serie Reihenweise planten Stromkonzerne in Deutschland neue Kohlekraftwerke - doch rund ein Dutzend davon ist bereits verhindert worden. Gibt es Erfolgsrezepte für den Widerstand? [mehr...] |
Schwarz-Gelb: Scheingrünes Energiekonzept
Sie kriegen sich gar nicht wieder ein, die Vertreter der schwarz-gelben Bundesregierung. Als sie am Montag ihren „Kompromiss“ zu Akw-Laufzeiten und Energiepolitik vorstellten, griffen sie allesamt zu Superlativen: Die Kanzlerin sprach von „Revolution“, CSU-Chef Horst Seehofer von „Quantensprung“, und der[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Aktuelle Blogs
Klimaretter-Dossiers
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
1. Klimakonferenz 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel Cochbamba - Kopenhagen von unten
Kopenhagen 2009 - Wie der Mega-Gipfel scheiterte
Bundestagswahl - Das Klima war nur Nebensache
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung?


















