Vattenfall benötigt Importholz
Der Energiekonzern Vattenfall will für Heizkraftwerke in Berlin auch auf importiertes Holz setzen. Als Ersatz für das verhinderte Kohlekraftwerk setzt Vattenfall auf die Verbrennung von Biomasse.

Vattenfall braucht mehr Holz. (Foto: Messina)
Vor einem Jahr hatte der Konzern noch angekündigt, den Bedarf ausschließlich mit Holz aus 300 Kilometern Umkreis in Brandenburg zu decken - doch schon damals meldeten Experten Zweifel an, ob dies umsetzbar sei. Nun stellt der Konzern seine Pläne vor: Ein drittel der Rohstoffe soll auf dem Weltmarkt eingekauft werden. Vattenfall will sich dabei eigene Umweltauflagen geben und diese in Selbstverpflichtung umsetzen. Holz aus Regenwäldern soll nicht verbrannt werden. Genau daran zweifeln Umwelschützer. Nicht eingehaltene Selbstverpflichtungen hätten eine lange Tradition, schreibt das Bürgernetzwerk Berliner Klima.
Nach Ansicht der Grünen bewirkt der Konzern mit seiner Biomassestrategie, die Akzeptanz für diese eigenltich klimafreundliche Energiequelle zu verspielen. Biomassenutzung könne ökologisch vorteilhaft sein, könne aber auch zu ökologischen und sozialen Katastrophen führen. Bisher sei nicht klar, in welche Richtung Vattenfall gehe.
Entwaldung ist nach dem Energiesektor die zweitgrößte Quelle für Treibhausgasemissionen. Wälder speichern große Mengen CO2, die Nutzung von Holz/Biomasse zur Energiegewinnung ist nur dann klimafreundlich, wenn im selben Umfang neue Wälder gepflanzt werden.
Schon früher wurde Vattenfall vorgeworfen, für die Zerstörung von Regenwäldern verantwortlich zu sein: Der Einsatz von Palmöl im Heizkraftwerk Neukölln wurde vergangenes Jahr nach Protesten der Organisation "Rettet den Regenwald" gestoppt.
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