Wirtschaftskrise senkt Treibhaus-Emissionen
Kohlendioxid-Emissionen sind in Deutschland durch die Wirtschaftskrise so stark gesunken wie nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik. Das geht aus Zahlen hervor, die das Umweltbundesamt am Freitag veröffentlicht hat: Der Treibhausgasausstoß ist demnach gegenüber 2008 um 8,4 Prozent und damit 80 Millionen Tonnen gesunken.
Ende 2009 lagen die Emissionen damit 28,7 Prozent unter dem Stand von 1990. Vor allem bei Industrie und verarbeitendem Gewerbe gingen die Emissionen zurück. Was für das Klima zwar eine gute Nachricht ist, hat mit Klimaschutzmaßnahmen allerdings nicht viel zu tun: "Der Rückgang der Emissionen liegt vor allem an der Wirtschaftskrise", sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), "unser Ziel heißt jedoch Wachstum durch Klimaschutz".
Durch einen deutlichen Rückgang der Stromnachfrage aus der Industrie gingen die Emissionen aus der Stromerzeugung der öffentlichen Versorgung ebenfalls stark zurück. Nicht oder nur in geringem Umfang zeigten sich die Auswirkungen der Krise dagegen bei den CO2-Emissionen von Haushalten, Gewerbe, Handel- oder Dienstleistungssektor. Kaum einen Effekt hatte die "Abwrackprämie" auf die Emissionen im Verkehrssektor.
Entscheidend für den deutlichen Rückgang waren die Kohlendioxid-Emissionen: Sie sanken um 68 Millionen Tonnen (minus 8,2 Prozent) – und damit stärker als der Primärenergieverbrauch, der insgesamt um 6,5 Prozent zurückging. Der Energieverbrauch der emissionsrelevanten Brenn- und Kraftstoffe sank um 7,3 Prozent. Die gegenüber dem sinkenden Primärenergieverbrauch stärkere CO2-Minderung ist auf Verschiebungen im Mix der eingesetzten Brennstoffe zurückzuführen - dabei gab es einen überproportionalen Rückgang im Bereich der Steinkohlen mit 18,1 Prozent. Mit etwa 87 Prozent hatte Kohlendioxid jedoch auch 2009 unverändert den größten Anteil an den deutschen Treibhausgas-Emissionen.
"Gerade dieser überproportionale Rückgang sollte auch als Chance genutzt werden", sagt UBA-Chef Jochen Flasbarth. Bei der wiederanspringenden Wirtschaftsentwicklung müsse der Treibhausgasausstoß stärker vom Energieverbrauch gekoppelt werden. Bis 2020 will die Bundesregierung ihre Emissionen um 40 Prozent unter den Stand von 1990 drücken: Erreicht werden könne das nur mit zusätzlichen Maßnahmen, etwa im Bereich Effizienzsteigerung, Ausbau der Erneuerbaren oder der Gebäudesanierung, so Flasbarth.
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