Großbritannien stellt Einspeisetarife vor
Unternehmen und Haushalte die Photovoltaik-Anlagen oder Windturbinen von einer Kapazität bis zu 5 Megawatt betreiben, werden in Großbritannien ab April 2010 für die produzierte Elektrizität bezahlt. Das Energie- und Klimaministerium (DECC) hat am Montag die geplanten Einspeisevergütungen nach deutschem Vorbild vorgestellt.
Die Vergütung umfasst sowohl Strom, der von den Betreibern selbst genutzt wird, als auch ins öffentliche Netz eingespeiste Energie. Gebrauch machen von den Einspeisetarifen können auch Betreiber von Installationen, die seit der Ankündigung der Einspeisetarife im Juli 2008 genehmigt wurden. "Die Garantie, neben Einsparungen auf der eigenen Stromrechnung auch noch zusätzlichen Gewinn zu machen, wird die Perspektiven von Haushalten und Gemeinden gegenüber Erneuerbaren verändern", sagt Klimaminister Ed Miliband. Als erstes Land der Welt will Großbritannien die Vergütung ab April 2011 auch im Wärmebereich greifen lassen.
Damit soll die lokale grüne Energieproduktion vorangebracht werden und ein Beitrag zu einem kohlendioxidarmen Energiemix geleistet werden. Bis 2020 können dem Ministerium zufolge zwei Prozent des Strombedarfs aus solchen Anlagen gedecket werden - die Zielsetzung ist damit eher bescheiden. Umweltverbände hatten bereits im Vorfeld kritisiert, die geplante Vergütung reiche nicht aus, um einen echten Branchenboom auszulösen.
Die Einspeisetarife lohnen sich vor allem für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen: Die Vergütung bewegt sich je nach Größe und Installationsart bei 29 bis 41 Pence. Bei Windrädern liegt die Spanne zwischen 4,5 bis 34,5 Pence. Ein Hausbesitzer mit einer 2,5 Kilowatt Photovoltaik-Anlage könne nicht nur 900 Pfund verdienen, sondern seine Stromrechnung auch um 140 Pfund reduzieren, so das Ministerium. Die genauen Einspeisevergütungen Großbritanniens finden Sie HIER aufgelistet.
Derzeit liegt der Anteil der Erneuerbaren an der Elektrizitätsversorgung bei gerade einmal 5,5 Prozent. Weniger als 1 Prozent Wärme werden aus erneuerbaren Quellen produziert. Bis 2020 soll der Anteil von Wind, Sonne und Co. an der gesamten Energieversorgung nach dem Willen der britischen Regierung bei 15 Prozent liegen.
Erst kürzlich hatte die britische Regierung Pläne zum Bau des weltgrößten Offshore-Windparks bekannt gegeben. Beteiligt an dem Nordsee-Projekt sind auch deutsche Unternehmen.
© wir-klimaretter.de/sam
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