Ex-EnBW-Chef Claassen wechselt in Solarbranche
Utz Claassen wird Vorstandsvorsitzender bei Solar Millennium. Der ehemalige Chef des viertgrößten Energiekonzerns EnBW werde seine Stelle zum 1. Januar 2010 antreten, teilte das Erlanger Unternehmen mit. Solar Millennium ist eines der führenden Unternehmen bei solarthermischen Kraftwerken, die unter anderem beim Desertec-Projekt in Nordafrika zur Anwendung kommen sollen.
Claassen saß von 2003 bis 2007 auf dem Chefsessel von EnBW. Schon im März 2007, als nur Klimaschützer und Energieforscher über die Möglichkeit redeten, Solarstrom aus der Sahara nach Deutschland zu importieren, sprach sich Claassen für eine Unterstützung der Idee aus. Im September 2007 verließ er EnBW.
Mit Claassen werde "der Übergang des Unternehmens in die nächste Transformations- und weitere Professionalisierungsphase eingeleitet", kommentiert Solar Millennium die Personalie. Das Unternehmen baut bereits seit Jahren solarthermische Kraftwerke, in Südspanien liefert seit etwa einem Jahr das Projekt Andasol 1 sauberen und grundlastfähigen Strom für etwa 200.000 Haushalte. Folgeprojekte werden unter anderem mit RWE und MAN Ferrostahl realisiert. Nach Firmenangaben sind derzeit Kraftwerke mit einer Leistung von über 2.000 Megawatt in Planung, unter anderem in Spanien, den USA, China und Nordafrika. Für das vergangene Geschäftsjahr meldete Solar Millennium einen Gewinn von 43 Millionen Euro bei gut 200 Millionen Euro Umsatz.
"Dass der ehemalige Konzernchef eines der größten deutschen Energieversorger seine unternehmerische Schaffenskraft nun auf die erneuerbaren Energien konzentriert, reflektiert in positivster Weise den gesellschaftlichen Wertewandel und Paradigmenwechsel bezüglich Ressourcenschonung und Klimaschutz", erklärte Helmut Pflaumer, Chef des Aufsichtsrates von Solar Millennium. Er hoffe, dass Claassens Schritt "zu einem weiteren Umdenken in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft" beitrage.
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