Eon: Kohlekraftwerk Kingsnorth auf Eis
Der Energieriese E.on schiebt die Pläne für ein neues Kohlekraftwerk Kingsnorth in der britischen Grafschaft Kent auf die lange Bank. Schuld sei die gesunkene Nachfrage nach Strom durch die Rezession, ließ das deutsche Unternehmen am Mittwoch nach einem Bericht des Guardian verlauten: Den Bedarf für einen neues Kohlekraftwerk sieht der Konzern in Großbritannien demnach frühestens 2016.

Das britische Klimacamp schlug seine Zelte 2007 in Kingsnorth auf. (Foto: climatecamp.org)
Zusätzlich zum bestehenden Großkraftwerk plant E.on in Kingsnorth zwei weitere Kohleblöcke mit einer Leistung von jeweils 800 Megawatt. Der erste Neubau eines Kohlekraftwerks in England seit 30 Jahren wird nun zwar auf Eis, aber nicht ad acta gelegt: Während E.on von Aufschub spricht, feiern Klima-Aktivisten rund um das britische Klimacamp einen Erfolg für die Anti-Kohle-Bewegung. "Sogar E.on begreift, dass sich Kohlekraftwerke nicht mehr lohnen", so Greenpeace-Experte John Sauven gegenüber dem Guardian. Die Chancen für die Realisierung des Plans auch zu einem späteren Zeitpunkt würden mit dem vorläufigen Rückzug des Konzerns weiter sinken.
Der Standort war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz spektakulärer Aktionen geworden. 2008 nahm das britische Klimacamp den E.on-Standort erfolgreich ins Visier. Furore hatte auch der „Klima-Mann" gemacht, der im Dezember letzten Jahres unentdeckt in die Turbinenhalle des Kohlekraftwerks vordringen konnte und dieses für mehrere Stunden lahmlegte. Auch die "Kingsnorth Six" sind in der Bewegung längst ein fester Begriff: Sechs Greenpeace-Aktivisten hatten im Oktober 2007 den Schornstein des Kohlekraftwerks Kingsnorth I erklettert und "verziert". Und vor Gericht einen glatten Erfolg verbucht: Mit dem Verweis auf die Zerstörung von Umwelt- und Klima durch die Erderwärmung wurden sie vom Vorwurf der Sachbeschädigung freigesprochen.
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