Deutsche wollen kein E10 im Tank
Nach einer Erhebung des Mineralölwirtschaftsverbands tanken 70 Prozent der deutschen Autofahrer falsch. Seit dem 1. Januar gilt eine neue Agrotreibstoffrichtlinie, nach der herkömmlichem Treibstoff zehn Prozent Agroethanol beigemischt werden müssen, um so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dieses E10 genannte Benzin könnten nach ADAC-Angaben 90 Prozent der Fahrzeuge in Deutschland tanken. Tatsächlich aber ignorieren 70 Prozent der Autofahrer E10.

Seit Januar gilt die Beimischformel für Agrotreibstoff E10, der bis zu 10 Prozent Ethanol enthalten darf. Die Kunden an der Zapfsäule sind noch verunsichert. (Foto: Messina)
"Die Verbraucher sind verunsichert, und da sind die Konzerne gefordert, ihre Kunden an den Tankstellen so zu informieren, dass sie wissen, was auf sie zukommt", fordert deshalb ADAC-Sprecher Andreas Hölzel gegenüber der Welt. Auch das Bundesumweltministerium fordert eine bessere Aufklärung. In der Verantwortung seien die Mineralölkonzerne, erklärte eine Sprecherin. Diese sollten auch die Preise transparenter gestalten.
Seit Jahresanfang waren die Rohölpreise stark angezogen, Politiker und Händler hatten dafür die Unruhen in der arabischen Welt verantwortlich gemacht. EU-Energiekommissar Günther Oettinger sieht den Ölpreis-Höhepunkt bereits in den kommenden Tagen erreicht. Der Lieferausfall aus Libyen werde die Energieversorgung in der Europäischen Union nicht beeinträchtigen, ist Oettinger überzeugt.
Die spanische Regierung hatte gegen die hohen Energiepreise eine Reihe von Maßnahmen beschlossen - unter anderem das Tempolimit verschärft. Die Umweltorganisation Nabu fordert das nun auch für Deutschland: "Tempo 120 auf deutschen Autobahnen ist längst überfällig", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Ein Tempolimit sei die einfachste, schnellste und billigste Möglichkeit, den Kraftstoffverbrauch auf den Straßen zu reduzieren. Bei einer Beschränkung auf 120 Kilometer pro Stunde auf den Autobahnen könnte Jahr für Jahr mindestens 3,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Miller: "Der Klimaschutzeffekt ist damit deutlich größer, als durch die umstrittene Einführung des Ethanolkraftstoffes E10."
klimaretter.info/jot
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