Neues Riesensegel für Frachter
Die SkySails-Technologie, also die Unterstützung großer Schiffe durch Zugdrachen, hat ein beachtliches Einsparpotenzial und wird in immer größerem Maßstab für die Schifffahrt nutzbar. Das Transportunternehmen Cargill und SkySails wollen die Technik ab Dezember auf einem sogenannten Handysize-Frachter nutzen - einem Frachter mittlerer Größe mit rund 30.000 Ladegewicht. Ein 320 Quadratmeter großer Drache soll soviel Zugkraft erzeugen, dass bei idealen Bedingungen 35 Prozent weniger Treibstoff verbraucht wird.

Seit vergangenem Jahr greift auch die MS Beluga schon auf die SkySails-Technologie zurück. (Foto: SkySails)
Der Zugdrache ist durch ein Seil mit dem Schiff verbunden und wird per Computer automatisch gesteuert, um Windverhältnisse optimal ausnutzen zu können. Er wird in einer Höhe von 100 bis 420 Metern betrieben und fliegt Figuren in Form einer Acht. "Die Schifffahrt wickelt derzeit weltweit 90 Prozent des internationalen Handels ab", sagt G.F. van der Akker von Cargill. Mit der SkySails-Technologie könnten sowohl Treibhausgasemissionen als auch Treibstoffverbrauch und Transportkosten gesenkt werden.
Wie aus einer Studie der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) hervorgeht, verursachte die Schifffahrt im Jahr 2007 mit 1.046 Millionen Tonnen Kohlendioxid rund 3,3 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Das Hamburger Unternehmen SkySails sieht sich mit seiner Drachen-Technologie bei der Reduktion von Schiffsemissionen in einer Schlüsselrolle. Nachdem der Zugdrache bereits bei kleineren Schiffen im Einsatz ist, sieht Geschäftsführer Stephan Wrage auch den Vertrag mit Cargill nur als Zwischenschritt: "Wir sehen großes Potenzial darin, künftig auch noch größere Schiffe mit SkySails-Systemen auszurüsten".
klimaretter.info/reni/sam
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