Lufthansa verschiebt Agrosprit-Test
Die Lufthansa hat den für April geplanten Erstflug eines mit Agrosprit betankten Airbus auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Kerosingemisch habe noch keine Zulassung erhalten, so ein Sprecher der Fluglinie. Zusätzliche Untersuchungen zum Kälteverhalten des Treibstoffs seien notwendig.
Noch länger ohne Agrosprit: Lufthansa-Airbus. (Foto: Trainler/wikipedia)
Bei dem insgesamt sechsmonatigen Test soll eines der beiden Flugzeugtriebwerke mit Kerosin versorgt werden, das zur Hälfte aus Agrosprit besteht. Dieser wird aus der ölhaltigen, giftigen Jatropha-Pflanze gewonnen. Der Ausstoß von Kohlendioxid soll so vermindert werden. Die Bundesregierung unterstützt das 6,6 Millionen Euro teure Projekt mit 2,5 Millionen Euro. Hintergrund ist die Einbeziehung des Flugverkehrs in den Handel mit Kohlendioxid-Rechten ab 2012. Die Lufthansa rechnet mit Kosten in niedriger, dreistelliger Millionenhöhe.
Umweltschützer haben den Lufthansa-Test allerdings als eine Form des Greenwashing bezeichnet. So erhielt die Agrotreibstoffproduzent Neste Oil, der die Fluglinie beliefern soll, im Januar den Public Eye Award 2011. Damit zeichnen Greenpeace Schweiz und die entwicklungspolitische Organisation "Erklärung von Bern" Unternehmen mit besonders menschen- und umweltverachtenden Geschäftspraktiken aus. NesteOil beziehe Palmöl von einem Hersteller, der "in illegalen Holzeinschlag, Brandrodungen und Vernichtung von Orang-Utan-Gebieten" verwickelt sei.
klimaretter.info/mare
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