Fliegen soll bis zu 26 Euro teurer werden
Die geplante Luftverkehrsabgabe könnte Flugtickets um bis zu 26 Euro verteuern. Das berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa) unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Gesetzentwurf aus dem Bundesfinanzministerium. Für Flüge innerhalb Europas und nach Nordafrika (womit dann auch noch beliebte Ferienziele wie Tunesien und Marokko abgedeckt würden), sei ein Preisaufschlag von 13 Euro pro Passagier geplant. Für Langstreckenflüge, etwa nach Asien oder in die USA, würde der doppelte Satz fällig.

Etwa eine Milliarde Euro sollen jährlich durch Ticket-Abgabe und Emissionshandel in die Kassen kommen. (Foto: Treblin)
Die Steuer gilt für alle Fluggäste, die von einem Flughafen innerhalb Deutschlands abfliegen, egal mit welcher Airline. Kinder unter zwei Jahren sollen, sofern sie keinen eigenen Sitzplatz haben, steuerfrei fliegen. Auch Privatjets, Militärflüge und Frachtmaschinen sollen offenbar von der Abgabe befreit werden. Inländische Hin- und Rückflüge sollen offenbar je Strecke besteuert werden, für einen Flug von Berlin nach München beispielsweise würde die Abgabe also doppelt anfallen. Bei Auslandsflügen ist eine einfache Besteuerung geplant; ausgenommen werden Passagiere, die in Deutschland lediglich umsteigen.
Auf der Beispielstrecke Köln-Berlin summieren sich die Steuervorteile der Airlines gegenüber der Bahn auf 23 Euro
Die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte als Teil ihres jüngsten Sparpakets eine Flugticketabgabe beschlossen. Sie soll pro Jahr rund eine Milliarde Euro Einnahmen erbringen. Entgegen ersten Plänen soll sie offenbar auch über 2012 hinaus gelten, wenn der Luftverkehr in den EU-Emissionshandel einbezogen wird und damit erstmals überhaupt internationalen, klimapolitischen Regulierungen unterliegt. Die Höhe der Steuer wird dann aber vermutlich wieder gesenkt.
Die Fluggesellschaften haben die geplante Abgabe bereits massiv kritisiert. Die Agentur Dow Jones zitiert Lufthansa-Vorstand Karl-Ulrich Garnadt mit der kaum verhüllten Drohung, das Wachstum werde leiden. Kolportiert werden Befürchtungen, die Zahl der Passagiere würde um drei bis fünf Prozent sinken - was für die Airlines eine schlechte, fürs Klima allerdings eine gute Nachricht wäre.
Bislang ist der Luftverkehr, die umweltschädlichste Form der Fortbewegung, weitgehend von Steuern befreit. Nach Angaben der Deutschen Bahn summieren sich die Steuervorteile der Fluggesellschaften gegenüber der Bahn beispielsweise auf der Strecke Köln-Berlin auf 23 Euro - sie wären also selbst bei der geplanten Höhe der Abgabe noch nicht vollständig abgeschöpft.
klimaretter.info/alf
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