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Autoindustrie setzt auf Chemiecocktail

Die deutsche Automobilindustrie will bei Klimaanlagen in Neuwagen weiter auf die umstrittene Chemiekalie 1234yf statt auf das natürliche Kühlmittel Kohlendioxid setzen. Die "180-Grad-Wende" hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) scharf kritisiert: "Entweder hat sich Matthias Wissmann als Verbandspräsident von seinen Mitgliedsunter­neh­men vorführen lassen oder aber er war von Anfang an Teil dieses Komplotts zur Täuschung der Öffentlichkeit", sagt DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Beides sei ein Grund für den Rücktritt des VDA-Präsidenten. 

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1234yf ist brennbar und enthält Fluor. Im Brandfall kommt es dabei zu einer zusätzlichen Gesundheitsgefahr für Fahrzeuginsassen und  Rettungskräfte. (Foto: DUH)

Noch auf der "grünen IAA" in Frankfurt am Main habe sich der Verband der Automobilindustrie damit gebrüstet, zeitnah auf das natürliche Kältemittel R744 (Kohlendioxid) zu setzen und chemischen Alternativen eine Absage zu erteilen. In der vergangenen Woche erklärte VDA-Geschäftsführer Hans-Georg Frischkorn jedoch, man habe sich auf die Verwendung von HFO-1234yf verständigt: "Eine nationale Insellösung" mache keinen Sinn und würde zu Wettbewerbsnachteilen für die deutsche Autoindustrie führen.

Das zur Zeit verwendete Kältemittel R134a wird ab 2011 wegen seiner klimaschädigenden Wirkung durch eine EU-Richtlinie verboten. Ein Gramm der Chemikalie schädigt das Klima 1.300 mal stärker als ein Gramm Kohlendioxid. Die Automobilindustrie brachte die Chemikalie 1234yf ins Spiel: Die entpuppte sich nach Tests von Umweltbundesamt und Deutscher Umwelthilfe jedoch als leicht brennbar und giftig. Die serienreife umwelt- und klimafreundlichere Alternative sei das natürliche Kältemittel Kohlendioxid (R744), forderte erst im Februar auch das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau.

Das schlagendste Argument für die Bevorzugung des synthetischen Kältemittels durch die Autoindustrie liegt jedoch auf der Hand: 1234yf kann ohne größeren Umbau der Produktionsanlagen in den auch jetzt verwendeten Klimaanlagen verwendet werden und ist gegenüber R744 schlichtweg die billigere Alternative.

© wir-klimaretter.de/sam

 

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