5000 Euro Staatszuschuss für jedes Elektroauto
Mit einem milliardenschweren Förderprogramm will die französische Regierung die Markteinführung von Elektroautos fördern. Bis 2015 sollen 100.000 strombetriebene Fahrzeuge auf die Straße gebracht werden - vorzugsweise durch Behörden, Kommunen und staatseigene Unternehmen. Geplant ist ein landesweites Netz mit einer Millionen Ladestationen, 90 Prozent davon in Privatgebäuden und Unternehmen - allein dafür sollen 1,5 Milliarden Euro investiert werden.
Frankreich müsse zum "weltweiten Marktführer" der Technologie werden, sagte Umweltminister Jean-Louis Borloo bei der Vorstellung der Initiative. Dies sei "eine der wichtigsten Schlachten" der Industriepolitik. "Kein Akteur kann das Risiko alleine tragen, aber wenn alle es zur gleichen Zeit machen, wird es funktionieren". Konzerne erhalten Staatshilfen von mehreren hundert Millionen Euro für den Bau von Batterie- und Elektroauto-Fabriken. Die bereits geltende "Super-Umweltprämie" von 5000 Euro für jedes Fahrzeug mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 60 Gramm solle fortgeführt werden, um die derzeit noch deutlich teureren E-Autos auch für Privatleute konkurrenzfähig gemacht werden.
Atomstrombetriebene Elektroautos - aus umweltpolitischer Perspektive kein Gewinn (Quelle: Réseau Sortir du Nucléaire)
Atomkraftgegner und Umweltschützer sehen die Regierungspläne mit großer Skepsis. 80 Prozent des französischen Stroms stammt aus Akw, weshalb die Organisation Sortire du nucléaire erklärte warnt, atomgetriebene Elektroautos seien "keine umweltfreundliche Option". Es entstehe nur noch mehr Atommüll. Zudem solle bei aller Euphorie drauf geachtet werden, möglichst verbrauchsarme Elektroautos zu entwickeln.
Die französischen Autobauer hingegen begrüßten die Pläne einhellig. Renault plant die Markteinführung von vier verschiedenen Elektromodellen ab 2010, PSA Peugeot Citroën möchte schon ab Oktober 2010 mit seinem Kleinwagen Ion mitmischen. Noch schneller möchte der Elektro-Konzern Bolloré sein: Sein BlueCar soll ab Juni auf französischen Straßen anzutreffen sein. In kleinerem Maßstab gab es auch in den vergangenen Jahrzehnten schon Elektroautos in Frankreich.
Das Land hat sich ehrgeizige Ziele beim Klimaschutz gesetzt – bis 2050 sollen die Emissionen des Landes um 75 Prozent sinken. Dies soll nun offenbar mit Hilfen für die gebeutelte Autoindustrie verbunden werden. Obwohl Frankreich auch im Bereich der erneuerbaren Energien Fortschritte macht, wären es immer noch vor allem die AKW-Betreiber, die für eine Elektrifizierung der Fahrzeugflotte sorgen müssten.
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