Dreimal Schwung für E-Mobilität

Schottland will schon in 15 Jahren aus dem Verbrennungsmotor aussteigen, deutlich früher als andere Länder. Das gab Medienberichten zufolge die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon bekannt. Demnach sollen ab 2032 keine neuen Diesel- oder Benzinautos mehr zugelassen werden. Die Regierung in London hatte sich – nach französischem Vorbild – als Ausstiegsdatum das Jahr 2040 gesetzt

BildDie E-Bus-Flotte der Hamburger Hochbahn. Bis Anfang der 30er Jahre will Hamburg komplett auf Elektrobusse umsteigen. (Foto: Jörg Müller/​Hamburger Hochbahn)

Sturgeon kündigte einen massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos an. Unter anderem betrifft das die A9, die als längste Fernstraße den Norden mit dem Süden Schottlands verbindet und komplett für E-Autos befahrbar sein soll. Darüber hinaus sollen Ladestationen vor allem in dicht besiedelten Wohngebieten aufgestellt werden. Zusätzlich will die Regierung Pilotprojekte fördern, um den Umstieg aufs E-Auto anzukurbeln.

Unterdessen setzt die schwedische Regierung nicht allein auf E-Autos, sondern will auch den Umstieg auf E-Bikes, elektrisch betriebene Fahrräder, voranbringen. Künftig erstattet der Staat ein Viertel des Kaufpreises für E-Bikes oder E-Mopeds. Vor allem Pendler sollen damit der Regierung zufolge für den Wechsel von vier auf zwei Räder motiviert werden. Der maximale Zuschuss, den jeder Bürger einmal in Anspruch nehmen kann, beträgt umgerechnet 1.000 Euro. Eine Kaufprämie für Elektroautos gibt es bereits. Im Rahmen ihres "Klimapakts", zu dem auch die E-Bike-Förderung gehört, hat die rot-grüne Regierung die E-Auto-Prämie auf umgerechnet 6.000 Euro erhöht.

Auch in Hamburg nimmt die Elektromobilität Fahrt auf. Das städtische Verkehrsunternehmen Hamburger Hochbahn (HHA) hat in dieser Woche den Kauf von 30 E-Bussen ausgeschrieben. Es handelt sich um die deutschlandweit größte Ausschreibung für Elektrobusse. Bis 2020 plant die Stadt die Anschaffung von insgesamt 60 Fahrzeugen. Die komplette Umstellung der zurzeit rund 1.000 Diesel-Busse soll Anfang der 30er Jahre geschafft sein.

Um die Entwicklung von E-Bussen für die Fahrzeugindustrie attraktiv zu machen, haben sich Deutschlands größte Städte zu einer Beschaffungsinitiative zusammengeschlossen. Neben Hamburg machen Berlin, München, Köln, Stuttgart und Düsseldorf mit, außerdem noch Darmstadt. "Die Verkehrsunternehmen arbeiten im Rahmen der Initiative eng zusammen, um gemeinsame Standards in der Fahrzeugtechnologie der neuen Busgeneration festzulegen", teilten die Städte mit. Das soll den Herstellern Anreize bieten, serienreife Fahrzeuge zu wettbewerbsfähigen Konditionen an den Markt zu bringen. Allein in Berlin und Hamburg sind zusammen rund 3.000 Busse unterwegs, die jährlich 740 Millionen Fahrgäste transportieren.

"Mit der Standardisierung der Fahrzeugtechnologie schaffen wir die Grundlage für einen funktionierenden Markt für Elektrobusse", sagte HHA-Chef Henrik Falk. "Wir benötigen Fahrzeuge, die in puncto Verlässlichkeit, Verfügbarkeit und Anschaffungskosten mit einem konventionellen Dieselbus mithalten können." Der öffentliche Nahverkehr beweise damit einmal mehr, dass er Trends für umweltfreundliche Mobilität in der Stadt setze.

Um die Luft in deutschen Städten zu verbessern, hatte die Bundesregierung auf dem zweiten "Dieselgipfel" Anfang der Woche zugesagt, insgesamt 750 Millionen Euro bereitzustellen. Weitere 250 Millionen sollen von der Autoindustrie kommen. Das Geld aus dem sogenannten Mobilitätsfonds soll in die am stärksten von hohen Stickoxid-Werten betroffenen Kommunen fließen – und zum Beispiel für den Kauf von Elektrobussen eingesetzt werden. Eine Quote für E-Busse hatte die Bundesregierung aber schon im Frühjahr abgelehnt.

klimaretter.info/em

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