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Verkehrswende bis 2035 machbar

In den kommenden 18 Jahren kann Deutschlands Verkehr emissionsfrei werden – und damit ab 2035 komplett ohne Öl auskommen. Das zeigt die Mobilitätsstudie "Verkehrswende für Deutschland", die das Wuppertal-Institut im Auftrag von Greenpeace erarbeitet hat. Sie wurde heute veröffentlicht.

BildAus der Studie: So könnte es in Zukunft in einer Großstadt wie Berlin aussehen. Vorteil: Weniger Lärm und Abgase, mehr Lebensqualität. (Bild: Wuppertal-Institut/Greenpeace)

Bislang ist der Verkehr der einzige Sektor, in dem die Treibhausgasemissionen nicht gesunken sind. 166 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent waren es im vergangenen Jahr. Das sind sogar zwei Millionen Tonnen mehr als im Referenzjahr 1990. Insgesamt stammen mittlerweile knapp 18 Prozent der deutschen Emissionen aus dem Verkehrssektor.

Nun hat ein Team von Energie-, Verkehrs- und Politikwissenschaftlern des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie untersucht, was passieren müsste, damit die Emissionen in den nächsten Jahren auf Null gefahren werden können. Ergebnis: Elektromobilität ist gut – vor allem wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Dennoch wäre eine bloße Umstellung auf Elektroautos nicht ausreichend.

"Wir müssen dort, wo es möglich ist, Personen- und Güterverkehr reduzieren und auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bus und Bahn umsteigen", betonen die Forscher um Raumplaner Frederic Rudolph. In ihrem Szenario für 2035 nehmen sie an, dass sehr viel weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen werden und Sharing-Angebote stärker genutzt werden.

Der Güterverkehr werde zu einem großen Teil von der Straße auf die Schiene verlagert und auf der Straße über Oberleitungen elektrifiziert werden. Desweiteren werden klimaverträgliche synthetische Kraftstoffe genutzt.

Finanzieren könnte man diese Verkehrswende zum einen durch den Abbau klimaschädlicher Subventionen, etwa der Steuerprivilegien für Diesel und Kerosin. Auch der Verzicht auf den Bau weiterer Fernstraßen könnte Milliardensummen für andere Verwendungszwecke freimachen.

"Es geht nicht darum, Mobilität zu verbieten, sondern sie intelligent zu lenken", sagte Greenpeace-Mobilitätsexperte Benjamin Stephan. Kanzlerin Merkel müsse "endlich" ein Ausstiegsdatum vorlegen, ab wann keine neuen Pkw mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürfen, forderte Stephan. Greenpeace favorisiert als Termin das Jahr 2025.

BildAus der Studie (Grafik vergrößern): Der Anteil der einzelnen Verkehrsmittel würde sich erheblich ändern – mehr Wege zu Fuß oder mit dem Rad, weniger mit dem eigenen Auto. (Grafik: Wuppertal-Institut/​Greenpeace)

klimaretter.info/vk

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