Zypries will noch billigeres Fliegen

Die seit Längerem erwartete Insolvenz des Billig-Fliegers Air Berlin hat Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) zum Anlass genommen, die Abschaffung der Luftverkehrssteuer zu fordern. Diese werde von Airlines und Gewerkschaften "schon lange als wettbewerbsverzerrend kritisiert", sagte die SPD-Politikerin dem Handelsblatt.

BildAuch wer vom Flughafen München abfliegt, muss in der Regel die Luftverkehrssteuer bezahlen. (Foto: Myname/​Wikimedia Commons)

Mit der Maßnahme will Zypries, wie sie sagte, den Luftfahrtstandort Deutschland unterstützen. Die Steuer benachteilige deutsche Luftverkehrsunternehmen, kritisierte die Ministerin. Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, haben in diesem Jahr laut Medienberichten bereits die Abschaffung der Steuer verlangt.

Die Luftverkehrssteuer gilt seit Anfang 2011 für alle Flüge von deutschen Flughäfen. Ihre Höhe beträgt bei Inlands- und Kurzstreckenflügen in Europa acht Euro pro Ticket, bei Mittelstreckenflügen 25 Euro und bei Langstreckenflügen 45 Euro.

Im vergangenen Jahr lag das Aufkommen der Luftverkehrssteuer bei knapp über einer Milliarde Euro. Zugleich wird der Flugverkehr steuerlich massiv subventioniert. So schlägt die Steuerbefreiung für Flugbenzin nach Erhebungen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) jährlich mit 7,5 Milliarden Euro zu Buche, die Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge mit 4,4 Milliarden Euro. Umweltverbände fordern deshalb eine Anhebung der Luftverkehrssteuer.

Mit einem Ausnahmejahr schrieb die nunmehr insolvente Air Berlin seit dem Jahr 2008 und damit schon lange vor dem Inkrafttreten der Luftverkehrssteuer rote Zahlen.

klimaretter.info/jst

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