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Mehrheit für Fahrverbot bei Feinstaubalarm

Eine Mehrheit der Bevölkerung ist dafür, auf die hohe Feinstaubbelastung in deutschen Innenstädten mit Fahrverboten zu reagieren. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov hervor, die klimaretter.info vorliegt. Demnach sind 64 Prozent der Befragten für Fahrverbote an einzelnen Tagen, ein Viertel spricht sich dagegen aus.

BildSolche Feinstaub-Messstationen stehen in vielen deutschen Städten. Viel zu oft zeigen sie eine Überschreitung der Grenzwerte. (Foto: Markus Jakobs/​Flickr)

Mit zunehmendem Alter steigt die Bereitschaft, Fahrverbote zu akzeptieren. Während sich bei den unter 50-Jährigen nur etwas mehr als die Hälfte für Verbote ausspricht, sind es bei den Älteren fast zwei Drittel. Befragt hatte das Institut insgesamt 961 Personen.

Dabei ist die Einführung einer Plakette für Verkehrszonen, in denen nur schadstoffarme Autos fahren dürfen, die bevorzugte Option bei den Befragten: Hierfür sprachen sich 61 Prozent aus. Weniger beliebt sind dagegen wechselnde Fahrverbote für Autos mit gerader und ungerader Endziffer auf dem Nummernschild. Nur 40 Prozent äußerten hierzu Zustimmung, die Hälfte ist dagegen. Auch die Idee, dass schadstoffreiche Fahrzeuge nur jeweils bis zur nächsten Haltestelle von Bus und Bahn fahren dürfen, findet weniger Anklang (47 Prozent dafür, 41 Prozent dagegen).

Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr, zu denen Feinstaub gehört, werden derzeit heiß debattiert. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will Kommunen mehr Möglichkeiten an die Hand geben, gegen Luftverschmutzung vorzugehen – vor allem geht es ihr zurzeit allerdings um Stickoxide, die besonders Diesel-Autos in rauen Mengen ausstoßen. Im Dezember hatte Hendricks auf Drängen einiger Bundesländer einen entsprechenden Verordnungsentwurf vorgelegt. In den Städten herrscht deutlicher Handlungsbedarf. Bereits im Juni 2015 hatte die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil die Stickoxid-Werte in rund 80 Städten den zulässigen Höchstwerte regelmäßig überschreiten.

Luftschadstoffe sind eine Gefahr für die Gesundheit und können außerdem dem Klima schaden. Abgesehen davon, dass Autos und Kraftwerke neben mit dem Stickstoffdioxid auch Treibhausgase emittieren, beeinflussen etwa bodennahes Ozon und die im Feinstaub enthaltenen Rußpartikel das Klima auch direkt. Eine Studie der American Geophysical Union hat ergeben, dass Rußpartikel zum Beispiel die Wärmestrahlung der Sonne absorbieren oder auf Schnee und Eis fallen und diese zum Schmelzen bringen. Auch indem sie die Wolkenbildung verändern, tragen Schadstoffemissionen teilweise zur Erderwärmung bei.

klimaretter.info/em

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