Elektroraser kommen nach Berlin

Die Karl-Marx-Allee in der Hauptstadt Berlin wird am Samstag Schauplatz der ersten Formel-E-Weltmeisterschaft. In dem drittletzten Wettbewerb der elektrischen Rennwagen-Serie 2015/2016 holen die Fahrer weitere Punkte für das Finale in London. Seit 2014 fand Formel E als elektrische Alternative zum Formel-1-Rennen in verschiedenen Städten statt, zuletzt in Paris. 

BildAutomobilrennfahrer Daniel Abt beim E-Rennen auf dem Tempfelhofer Feld im vergangenen Jahr. (Foto: Andreas von der Au/Wikimedia Commons)

Initiator des E-Rennens ist der internationale Automobil-Dachverband FIA mit Sitz in Paris, der auch die Formel 1 austrägt. Die Veranstalter werben damit, dass elf ehemalige Formel-1-Fahrer an dem Rennen teilnehmen. Neben dem "Spaß" geht es laut Veranstaltern und Befürwortern auch um die Weiterentwicklung von Elektroantrieben. "Formel 1 war gestern, heute schauen wir auf Formel E. Ich hoffe, dass das auf die Automobilbranche insgesamt ausstrahlt", erklärte der Chef der Deutschen Energieagentur Dena, Andreas Kuhlmann. 

Die E-Rennwagen verfügen mit einer Batterieleistung von bis zu 200 Kilowatt über rund 270 PS – herkömmliche Formel-1-Wagen haben rund 800 bis 1.000 PS. Die E-Wagen kommen in der Spitze auf Tempo 220. Die beteiligten Autohersteller – darunter der Sportwagenhersteller Venturi und der Autokonzern Renault – konnten Elektomotor, Getriebe und Inverter selbst entwickeln. Allerdings schafft die Batterieleistung des Wages noch nicht die ganze Strecke, noch ist ein Boxenstopp nach rund 30 Minuten eingeplant, bei dem die Fahrer in ein anderes Rennauto umsteigen müssen. 

Nicht alle sind von dem Event begeistert. "Bei diesen Autorennen geht es nur um Geschwindigkeit – sie geben keinen Anreiz dafür, mehr Elektromobilität im Alltag zu nutzen", meint Anja Smetanin vom Verkehrsclub VCD gegenüber klimaretter.info. "Ein falsches Signal ist es auch, das Rennen in der Innenstadt zu machen, wo es sonst darum geht, rücksichtsvolles Fahren durchzusetzen." Auch Anwohner klagen über das Rennen – obwohl es sicher geräuschärmer als ein Formel-1-Event ist. 

Schon im vergangenen Jahr hatte die Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) ein Rennen mit Elektroautos auf dem Tempelhofer Feld im Süden der Hauptstadt organisiert. Darunter kamen neben Profi-Rennwagen auch bescheidenere Modelle zum Einsatz, die von Laien gesteuert wurden.

klimaretter.info/sg

[Erklärung]  
Anzeige
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen