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Agrosprit soll Brücke zu E-Autos bilden

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) will die Agrokraftstoffe in die Debatte um die Verkehrswende bringen, die Bundesverkehrswegeplan, E-Auto-Kaufprämie und Abgasskandal ausgelöst haben. Die Agentur fordert, dass im motorisierten Verkehr künftig nicht nur auf Elektroantriebe, sondern auch auf die Verbrennung des oft euphemistisch als "Biokraftstoff" bezeichneten Sprits gesetzt wird. "Elektromobilität und Biokraftstoffe bilden ein starkes Team für eine erneuerbare Verkehrswende", sagte AEE-Chef Philipp Vohrer.

BildHat jetzt zwei Monate lang Hauptblütezeit: Raps. Aus der Pflanze kann man Öl und Samen zur Ernährung gewinnen – aber auch Agrokraftstoffe. (Foto: Nick Reimer)

Der pflanzliche Sprit soll nach dem Willen der Agentur vor allem im Schwerlastverkehr Einsatz finden, wo es an "geeigneten erneuerbaren Alternativen zu fossilem Kraftstoff" fehle. Außerdem will man die Zeit überbrücken, bis die Elektroautos etabliert sind. "Da die Elektromobilität noch in den Startlöchern steckt, sind Biokraftstoffe wie Biodiesel aus Raps derzeit die wichtigste erneuerbare Komponente auf einem Verkehrsmarkt, der von immer noch wachsendem Durst auf Erdöl geprägt ist", sagte Vohrer.

Agrodiesel und Agroethanol werden den fossilen Kraftstoffen beigemischt, der Markt für reinen Biokraftstoff ist stark eingebrochen. Damit Kraftstoffe als "Biosprit" gelten, müssen sie seit Jahresbeginn 2015 keine Beimischungsquote mehr erfüllen. Stattdessen gelten allgemeine Vorgaben zur Einsparung von Treibhausgasen. In diesem Jahr soll die Nutzung von Kraftstoffen 3,5 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als im Vorjahr, dann vier Prozent weniger ab 2017 sowie minus sechs Prozent ab 2020.

Die Klimabilanz von Agrokraftstoffen fällt stark unterschiedlich aus, je nachdem, wie die Biomasse hergestellt wurde. Wenn etwa zum Anbau von Pflanzen, die später zu Agrokraftstoff werden, Wald abgeholzt wurde, kann die Bilanz sogar negativ sein. Bei den Agrokraftstoffen der "zweiten Generation" gilt sie hingegen als besonders gut: Hier können auch Abfälle der Land- und Forstwirtschaft sowie Algen verarbeitet werden. "Bei allem noch vorhandenen Potenzial ist jedoch klar, dass die Flächenverfügbarkeit für Bioenergie letztlich begrenzt ist", räumte Vohrer ein. "Wir müssen die Biokraftstoffe daher sinnvoll und gezielt einsetzen."

Die Agentur für Erneuerbare Energien wird von Unternehmen und Verbänden der Erneuerbaren-Branche getragen, ihre Projekte werden von Bundeswirtschafts- und Agrarministerium gefördert.

klimaretter.info/red

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