Autos 40 Prozent durstiger als angegeben

Herstellerangaben und tatsächlicher Spritverbrauch unterscheiden sich bei Autos stark. Das ergab eine Untersuchung des Umweltinstituts ICCT. Bei 20 gängigen Modellen unterschiedlicher Hersteller ermittelten die ICCT-Experten eine durchschnittliche Abweichung von 40 Prozent. Das Ergebnis entstammt einem Vergleich der Herstellerangaben mit den Messwerten von Nutzern des Portals spritmonitor.de.

BildAutohersteller geben einen im Durchschnitt um 40 Prozent niedrigeren Spritverbrauch an, als ihre Fahrzeuge tatsächlich haben, sagen die ICCT-Experten. (Foto: Schulze von Glaßer)

Der Analyse zufolge wird die Kluft immer größer: Bei Modellen mit Baujahr 2001 liegt sie bei acht Prozent. Einen Sprung nach oben machte sie 2009 nach Einführung der CO2-Grenzwerte für Pkw. Laut ICCT haben die Hersteller darauf weniger damit reagiert, ihre Flotte wirklich sparsamer zu machen, sondern vielmehr bei ihren eigenen Abgastests neue Tricks eingesetzt. Besonders Hersteller Mercedes schneidet schlecht ab. Autos der A- und C-Klasse des Baujahrs 2014 schlucken nach den neuen Ergebnissen 53 Prozent mehr als vom Hersteller ausgewiesen, bei der E-Klasse sind es sogar 54 Prozent.

Mit dem Spritverbrauch steigen auch die Emissionen gesundheitsgefährdender Schadstoffe sowie klimaschädlichen Kohlendioxids. Aber nicht nur Umwelt und Klima leiden stärker, als die Herstellerangaben vermuten lassen, sondern auch die Geldbeutel der Autofahrer: Pro Person zahlen sie im Schnitt jährlich 450 Euro "zu viel", schätzen die ICCT-Verkehrsexperten.

klimaretter.info/scz

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