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Nabu bleibt erst mal bei VW

Der Naturschutzbund Nabu will seine Kooperation mit dem Autohersteller Volkswagen trotz des Abgas-Skandals vorerst weiterführen, denkt aber längerfristig über ein Ende nach. Das erklärte Nabu-Verkehrschef Dietmar Oeliger auf Anfrage von klimaretter.info. "Der Fall ist natürlich eine riesige Enttäuschung", sagte Oeliger. Man habe nun einen Forderungskatalog an VW geschickt, dessen Erfüllung abzuwarten sei. "Wir werden VW in den nächsten Wochen genau beobachten, dann kann man die Zusammenarbeit immer noch beenden", so der Verkehrsexperte.

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Der Nabu will vorerst weiter mit VW zusammenarbeiten. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)

Zum Beispiel solle der Konzern einen Umweltvorstand berufen und ihn mit einem Veto-Recht ausstatten, fordert der Nabu. Außerdem müsse er Partikelfilter in alle Autos mit Benzinmotor einbauen, um deren Feinstaubausstoß zu verringern, und dürfe nicht nur in sogenannten Premiumfahrzeugen klimafreundlichere Kältemittel für Klimaanlagen verwenden.

Der Nabu muss für die mittlerweile 15-jährige Kooperation mit VW schon lange Kritik einstecken. Schließlich sind Autos – selbst bei korrekt berechneten Abgaswerten – nie besonders klima- und umweltfreundlich. VW im Speziellen wurde bereits zu einem der 50 klimaschädlichsten Unternehmen gekürt. Der Vorwurf an den Nabu: Beihilfe zum Greenwashing. "Wenn wir es schaffen, in solchen Unternehmen etwas zu bewegen, dann hat das einen großen Hebel", meint hingegen Oeliger. Deshalb wolle man die Zusammenarbeit trotz des "Riesenschadens" nicht sofort aufkündigen. Immerhin habe VW sich, so der Verkehrsexperte, zum Ziel gesetzt, bis 2018 zum umweltfreundlichsten Autokonzern der Welt zu werden.

klimaretter.info/scz

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