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Autoverkehr muss halbiert werden

Während Experten für Deutschland immer mehr Verkehr prognostizieren, fordern Umweltverbände, die Treibhausgasemissionen im Personen- und Güterverkehr bis 2050 um zwei Drittel im Vergleich zu 1990 zu verringern. Dazu haben die Verbände BUND, Germanwatch, NABU und WWF sowie der ökologische Verkehrsclub VCD ein neues Verkehrskonzept erarbeitet. Nur mit einer radikalen Wende im Verkehrssektor könne die Bundesregierung ihre Klimaziele für 2050 erreichen, erklärte das Bündnis.

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Straßenverkehr in Berlin: Pkws verursachen rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen im deutschen Verkehrssektor. (Foto: Brigitte Hiss/BMU)

Das Konzept sieht vor, dass sich der Autoverkehr in Deutschland in den nächsten 35 Jahren halbiert. Dafür soll Verkehr weitestgehend vermieden oder auf umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Züge, Fernbusse oder Fahrräder verlagert werden. Auch Carsharing und Elektrofahrräder gehören zur Strategie. Es soll aber auch mehr Elektroautos geben, die mit Ökostrom angetrieben werden. Die anderen Autos müssten viel effizienter werden: Für Pkw-Neuwagen müsste ab 2025 ein CO2-Grenzwert von 65 bis 68 Gramm pro Kilometer gelten, fordern die Verbände. Ab 2015 gilt in der EU jedoch ein doppelt so hoher Grenzwert von 130 Gramm. Ein solcher Grenzwert liegt also noch in weiter Ferne.

Der Güterverkehr kann nach Ansicht der Verbände zwar auf dem derzeitigen Niveau bleiben, doch müsse sich die Zahl der Lkws verringern. Stattdessen könnten Bahn und Binnenschiff ihre Marktanteile erheblich steigern. Um das zu erreichen, schlagen die Verbände unter anderem die Ausweitung der Lkw-Maut und höhere Steuern auf fossile Kraftstoffe vor. Beim Flugverkehr müsste mit Steuerausnahmen Schluss sein, fordern sie. Stattdessen müsste ein wirksamer Emissionshandel unter Einbezug internationaler Flüge etabliert werden.

Langfristig könne der Verkehr fast vollständig auf Erdöl verzichten, sagen die Verbände. Neu ist diese Erkenntnis nicht: Schon 2011 hatte die Europäische Kommission dazu eine Studie vorgestellt. Allerdings setzen beide Studien dabei auf den vermehrten Einsatz von Biotreibstoffen, die sich mittlerweile als weniger umwelt- und klimafreundlich erwiesen haben als zunächst erhofft.

klimaretter.info/jop

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