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Umstieg aufs Fahrrad kann Leben retten

Mehr Fahrräder in Europas Großstädten könnten die Zahl von Verkehrs- und Umwelttoten deutlich senken und würden außerdem neue Jobs schaffen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der UN-Wirtschaftskommission für Europa UNECE vorgelegt wurde. Demnach könnten in Europa mindestens 76.000 Arbeitsplätze entstehen und 10.000 Menschenleben gerettet werden.

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Noch steigerungsfähig: Für ungefähr jede achte Fahrt wird in Berlin das Fahrrad gewählt. (Foto: Brigitte Hiss/BMU)

Auch wenn in Berlin das Rad mit 13 Prozent einen vergleichsweise hohen Anteil am Stadtverkehr hat, sei das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Zu den bereits bestehenden 2.000 Jobs könnten 2.000 neue im Handel und in der Reparatur von Fahrrädern sowie in der Stadtentwicklung kommen, rechnet die Studie vor. Das würde zugleich die Treibhausgasemissionen senken. Und auch für die Gesundheit wäre das förderlich. Mehr Bewegung, weniger Lärm, weniger Verkehrsunfälle und bessere Luftqualität würden die Zahl der Verkehrs- und Umwelttoten um etwa 150 Menschen im Jahr sinken lassen.

Bis Mittwoch findet in Paris noch eine WHO-Tagung zu Verkehr, Gesundheit und Umwelt statt. Am heutigen Dienstag soll eine Erklärung verabschiedet werden. Sie schließt an die Erklärung von Amsterdam aus dem Jahr 2009 an und hat zum Ziel, die Wirtschaft und den Verkehr nachhaltig zu entwickeln und den Ausstoß verkehrsbedingter Treibhausgase zu senken. In der neuen Erklärung soll die Stadt- und Raumplanung stärker als bisher einbezogen werden.

Die Untersuchung orientiert sich an den Erfahrungen aus Kopenhagen, wo seit Jahren der Radverkehr und die Infrastruktur wie Fahrrad-Autobahnen gefördert werden. Dort wird ein Viertel aller Fahrten mit dem Fahrrad zurückgelegt. Noch besser entwickelt ist der Fahrradverkehr in der niederländischen Hauptstadt, die Amsterdamer nehmen für 33 Prozent aller Fahrten den Drahtesel.

klimaretter.info/kir

[Erklärung]  
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