Das Grauen am Himmel steigt weiter
Die Fluggastzahlen im deutschen Luftverkehr sind 2012 um 1,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2011 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt ermittelte, hoben im Vorjahr 179 Millionen Passagiere von einem deutschen Flughafen ab – neuer deutscher Rekord. Die Zunahme ging dabei vor allem auf Flugreisen der Mittel- und Langstrecken zurück: Die Zahl der Fluggäste ins Ausland stieg um 2,7 Prozent auf 156 Millionen Passagiere. Dagegen sank das Inlandsaufkommen um 3,6 Prozent auf 23 Millionen Fluggäste. Im Jahr 2011 hatten die deutschen Flughäfen 2011 insgesamt 175 Millionen Fluggäste befördert.

So oft im Einsatz wie nie zuvor: 2012 brachte einen neuen Rekord am Himmel. Die Flughafen-Anwohner schlafen derweil immer schlechter, und die kommenden Generationen spielen offensichtlich keine Rolle. (Foto: Reimer)
Nicht nur am Himmel – die Mobilität der Deutschen stieg 2012 auch auf der Erde deutlich an. Insgesamt legten die Deutschen 141 Milliarden Personenkilometer zurück. Allerdings konstatieren die Statistiker hier einen klimafreundlichen Effekt: Im Nahverkehr mit Bussen und Bahnen unternahmen die Fahrgäste im Linienverkehr rund elf Milliarden Fahrten, 0,5 Prozent mehr als im Jahr 2011. Entsprechend öfter blieb das deutlich klimaschädlichere Auto zu Hause stehen.
Heute stammen bereits neun Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts aus dem Flugverkehr. Seit 1990 haben sich die Emissionen der Luftfahrt EU-weit fast verdoppelt. Nirgendwo wird die Zukunft der Menschheit radikaler entschieden als am Himmel: Fliegen ist die klimaschädlichste aller Fortbewegungsarten. Düsenflieger stoßen ihre Abgase in besonders empfindlichen Schichten der Erdatmosphäre aus, weshalb sie das Klima überproportional zum Treibstoffverbrauch belasten. Die Klimabelastung, die ein Flugzeug pro Passagier verursacht, ist bis zu fünfmal so groß wie die, die ein ICE bewirkt. Das britische Tyndall-Institut für Klimaforschung hat hochgerechnet, dass bei gleichbleibenden Wachstumsraten die zivile Luftfahrt im Jahr 2040 ganz allein so viel Kohlendioxid ausstoßen würde, wie dann noch für die gesamte EU erlaubt sein dürfte. Deshalb müsse endlich Klimaschutz betrieben werden. Doch davon ist hierzulande nichts zu sehen: Weder die Verkehrspolitik noch ihre Kritiker haben eine Verkehrswende am Himmel im Plan.
klimaretter.info/reni
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