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Autos sollen nicht kleiner werden

Der Umweltverband BUND wirft den deutschen Autoherstellern und der Bundesregierung vor, strengere EU-Grenzwerte für Treibhausgas-Emissionen von Pkw zu blockieren. Indem sich die deutsche Regierung auf die Seite der heimischen Automobilindustrie stelle, so die Umweltschützer, torpediere sie die Brüsseler Pläne, den Pkw-Sektor beim Klimaschutz stärker in die Pflicht zu nehmen.

Die EU strebt für 2020 einen CO2-Grenzwert für Neuwagen von durchschnittlich 95 Gramm pro Kilometer an. Dieses schon wenig ehrgeizige und klimapolitisch unzulängliche Ziel wolle Deutschland jetzt in Brüssel noch weiter aufweichen, sagte der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. "Damit geht die Bundesregierung vor der Autolobby in die Knie." 

Nach BUND-Informationen wollen die deutschen Autohersteller außerdem in ihren CO2-Bilanzen die produzierten Elektroautos mit null Gramm Kohlendioxid pro Kilometer einrechnen – und zwar mehrfach. Dieser "CO2-Buchungstrick" lasse vor allem die Hersteller großer und schwerer Fahrzeuge besser dastehen, kritisierte Hilgenberg.


Mit "CO2-Buchungstricks" will die deutsche Autoindustrie nach Meinung des BUND den Trend zu kleineren, leichteren Fahrzeugen aufhalten. (Foto: C. Spanner/Flickr)

Elektroautos gleich mehrfach als Null-Emissions-Fahrzeuge anzurechnen sei eine "Ökolüge", um die notwendigen Verbrauchsminderungen bei Benzin- und Dieselfahrzeugen hinauszuzögern, so der Experte. Der BUND fordert als CO2-Emissions-Grenzwert für Neuwagen 80 Gramm pro Kilometer ab 2020 und 60 Gramm ab 2025. 

klimaretter.info/mb

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