BER: Erneute Verzögerung
Der geplante Starttermin für den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg ist erneut geplatzt. Das gesamte Ausmaß an Mehrkosten und personellen Konsequenzen ist unklar. Klar ist nur, dass der Termin am 27. Oktober 2013 nicht gehalten werden kann und vor 2014 kein Flugbetrieb stattfinden wird – womöglich auch erst 2015. Über die Unklarheiten sollen nun Berlin, Brandenburg und der Bund in einer Sondersitzung, die noch diese Woche stattfinden soll, beraten. "Die Lage um den Flughafen ist ernst", sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am heutigen Montag in Berlin. Grund für die mittlerweile vierte Verschiebung der Eröffnung seien Probleme mit der Brandschutzanlage. Angeblich fehlen sogar Planungsunterlagen für eine Entrauchungsanlage. Ins Schussfeld gerät nun auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Nach Presseberichten will er als Vorsitzender des Aufsichtsrats zurücktreten und dieses Amt an seinen Parteikollegen, Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, übergeben.

Trotz Sparmaßnahmen und Kooperationen ist für Air Berlin keine Gewinnzone in Sicht – auch wegen des stockenden Ausbaus des neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER. Dem Klima ist es allerdings egal, auf welchem Berliner Flughafen gestartet und gelandet wird. (Foto: AirBerlin)
Auch an anderer Stelle hat die Verzögerung Konsequenzen. Der bei Schönefeld gelegene Flughafen Berlin Brandenburg ist der Stammflughafen des Unternehmens Air Berlin, das zurzeit auf den Flughafen Tegel ausweicht. Daher spielt die Situation am BER in den Planungen der Fluglinie eine zentrale Rolle. Dies ist jedoch nicht der einzige Wermutstropfen für die angeschlagene Airline. Hartmut Mehdorn, Chef von Air Berlin, tritt ab, wie die Fluglinie heute bekannt gab. Im September 2011 war Mehdorn, der "Chefsanierer", an Bord geholt worden. Trotz Sparmaßnahmen und Kooperationen mit anderen Unternehmen konnte der Air-Berlin-Chef den seit Längerem angeschlagenen Konzern nicht in die Gewinnzone bringen. Mehdorn machte dafür auch die 2011 eingeführte europäische Luftverkehrsabgabe verantwortlich. Ganz verabschieden wird Mehdorn sich jedoch nicht, denn er soll im Verwaltungsrat des Konzerns bleiben.
Den Chefstab übergibt Mehdorn mit sofortiger Wirkung an Wolfgang Prock-Schauer. Dieser sei ein "anerkannter Airline-Experte mit umfassender internationaler Führungserfahrung". Prock-Schauer soll nun die Airline wieder auf Gewinnkurs bringen. Das Unternehmen, das bei Klimaschützern wegen umstrittener Umweltwerbung einen schweren Stand hat, ist mit 134 Flugzeugen die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft.
klimaretter.info/vana
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