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E10 jetzt bei fast 14 Prozent

E10 setzt sich offenbar langsam durch. Wie der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBE) berichtet, beläuft sich der Marktanteil des umstrittenen Agrosprits mittlerweile auf knapp 14 Prozent. Nach den aktuellen Verbrauchsdaten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) seien in der ersten drei Quartalen des Jahres 1,9 Millionen Tonnen E10 verbraucht worden. Damit habe E10 einen Anteil von 13,95 Prozent im Benzinmarkt erreicht. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verbrauch erst bei 1,3 Millionen Tonnen beziehungsweise 8,6 Prozent gelegen. 


"Benzin" gibts nicht mehr. Es heißt jetzt nur noch – Super. Oder eben "Super E10". (Foto: Schulze von Glaßer)

E10 war ab Anfang 2011 schrittweise eingeführt worden und bei den Autofahrern zunächst auf große Skepsis gestoßen (siehe dazu das klimaretter.info-Dossier "E 10 und das Politikversagen").

Der Branchenverband der Bioethanolwirtschaft gibt sich angesichts der neuen Zahlen überzeugt, dass der Verbrauch von E10 "kontinuierlich weiter ansteigen" werde. Kein Wunder, E10 ist deutlich günstiger als Superbenzin. Über Schaden und Nutzen des sogenannten Agrosprits war hingegen oft diskutiert worden – vor allem wegen befürchteter Auswirkungen des Agroethanol-Verbrauchs auf die globale Nahrungsmittelsituation.

Erst im Oktober hatte die EU-Kommission deshalb eine Begrenzung des Agrosprit-Anteils auf der Basis von Nahrungsmittelpflanzen sowie die Berücksichtigung der sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (ILUC) vorgeschlagen. Bis 2020 sollen mindestens zehn Prozent der im EU-Verkehrssektor verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Dazu soll insbesondere die Entwicklung der sogenannten "Biokraftstoffe der zweiten Generation" gefördert werden, die auf der Grundlage von Reststoffen wie Stroh und Abfall oder aus Algen hergestellt werden. Auch dafür fehlen aber noch belastbare Nachhaltigkeitskriterien, wie Umweltorganisationen anmerken – die im Übrigen auf mehr Klimaschutz im Verkehrssektor jenseits der Kraftstoff-Debatte drängen. Denn die steigenden Kfz-Zahlen konterkarieren alle Bemühungen um sauberere Antriebe. Doch die EU plant erst ab 2030 eine stärkere CO2-Reduktion im Verkehr.

Zum Jahreswechsel erhält erst einmal eine neue europäische Kraftstoffnorm Gültigkeit. Der Geschäftsführer des BDBE, Dietrich Klein, zeigt sich zufrieden: "Damit haben Verbraucher die Gewähr, dass in allen europäischen Mitgliedsländern dieselben hohen Qualitätsstandards für die Benzinsorte Super E10 gelten."

klimaretter.info/vk/bb


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