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Foodwatch startet E10-Aktion

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat eine E-Mail-Aktion gegen den Agrosprit E10 gestartet. Unter der Überschrift "Kein Essen in den Tank: Den Biosprit-Irrsinn stoppen!" werden Unterschriften gesammelt, die die Bundesregierung zu einem Umlenken ihrer Agrosprit-Strategie auffordern. Am 28. August soll es im Kanzleramt den nächsten Energie-Gipfel geben. Generell sei Agrosprit ein Irrweg, sowohl in Deutschland als auch in den USA, erklärte Foodwatch-Chef Thilo Bode gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist eine Flächenkonkurrenz zum Nahrungsmittelanbau und treibt erwiesenermaßen im Weltmaßstab die Preise nach oben." In den Vereinigten Staaten würden heute bereits 40 Prozent der Maisernte für die Ethanolproduktion verwendet.


Kostet so viel wie nie: E10 an einer deutschen Tankstelle. (Foto: Schulze von Glaßer)

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte in der vergangenen Woche angesichts der steigenden Nahrungsmittelpreise einen Produktionsstopp für E10 gefordert. Das hatte zu einer heftigen Diskussion unter Entwicklungsorganisationen und Experten geführt. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisierte am Montag, dass durch den Einsatz von Biosprit keine Umweltprobleme gelöst, sondern neue Missstände geschaffen würden.

"Ein Verbot von E10 wäre nichts anderes als Symbolpolitik", erklärte dagegen der Geschäftsführer des Biokraftstoff-Verbandes VDB, Elmar Baumann. Der größte Teil der globalen Nachfrage nach Getreide und Mais komme nicht von Agroethanol-Herstellern, sondern "aus dem Futtermittelsektor". Die Getreidepreise würden wegen der Energiepreise "maßgeblich" am Rohölpreis hängen, so Baumann.

Dieser Rohölpreis ist derzeit weiter auf Rekordjagd. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Montag um viereinhalb Cent auf 114,20 Dollar. Der gleichzeitig schwache Euro hat zu neuen Rekordpreisen an den Tankstellen geführt. E10 kostete am Samstag im bundesweiten Durchschnitt 1,692 Euro je Liter, wie der ADAC am Montag mitteilte. Das waren 1,8 Cent mehr als am 18. April, als der Durchschnittspreis für E10 das bisherige Allzeithoch von 1,674 Euro pro Liter erreicht hatte. Diesel lag im bundesweiten Durchschnitt bei 1,536 Euro – knapp unter dem bisherigen Rekord mit 1,539 Euro am 22. März.

klimaretter.info/reni

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