Emissionshandel: Zusatzgewinne für Airlines

Die Teilnahme am Europäischen Emissionshandel könnte Fluggeschaften erhebliche Zusatzgewinne bescheren. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat die Fluggesellschaft Brussels Airlines bereits zum 4. Januar die Preise um einen Klimazuschlag erhöht. Dieser läge jedoch stellenweise weit über den Kosten, die durch den notwendigen Zukauf von Emissionszertifikaten anfallen. Mittlerweile hat Brussels Airlines angekündigt, den Preisaufschlag nach unten korrigieren zu wollen.

 



Ertappt: Brussels Airlines nutzt die Gunst der Stunde. (Foto: Wikimedia Commons/Adrian Pingstone)

Seit dem 1. Januar muss sich der Luftverkehrssektor am Europäischen Emissionshandel beteiligen. 85 Prozent der benötigten Zertifikate erhalten die Airlines derzeit aber noch kostenlos. 2013 verringert sich dieser Anteil auf 82 Prozent. Nach Angaben des Umweltbundesamtes betragen die durch die Einbeziehung in den Emissionshandel anfallenden Zusatzkosten etwa für die Strecke Berlin-Mallorca 1,50 Euro, bei Berücksichtigung der Kostenverteilung sogar noch weniger. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat Brussels Airlines die Zertifikate bei europäischen Flügen mit drei Euro, bei Langstreckenflügen mit zehn Euro verbucht. Für einen Flug von Brüssel nach Berlin seien sogar mehr als 30 Euro aufgeschlagen worden.

Ähnlich hatten in der Vergangenheit auch schon etliche europäische Stromkonzerne agiert, die den Wert ihrer kostenlos zugeteilten Emissionszertifikate einpreisten und als Kosten an den Kunden weitergaben. Die so erhöhten Strompreise bescherten den Konzernen Milliardengewinne.

klimaretter.info/em

 

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