Mehr Transparenz für Auto-Klimaanlagen
Der Energieverbrauch von Auto-Klimaanlagen soll künftig für Verbraucher transparent gemacht werden. Das haben rund 70 Experten auf einer Fachtagung in Berlin gefordert. Organisiert wurde das Treffen von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem ökologisch orientierten Verkehrsclub VCD. Beide Verbände haben kürzlich eine EU-geförderte Kampagne "Pro Klima" gestartet, die den Einsatz klimaschonender Kältemittel in Kraftfahrzeugen voranbringen soll.

Verkehr in München. Die "globale Pkw-Flotte übertrifft schon in wenigen Jahren die Belastung des gesamten deutschen Straßenverkehrs", so die Fachtagung. (Foto: Michael Schulze von Glaßer)
Autohersteller sollten künftig die "wirksamste Klimatechnik sowie klimaschonende und auch im Brandfall ungiftige Kältemittel einsetzen", forderten die Experten. Die Nachfrage umweltbewusster Kunden schätzen sie offenbar als wirksames Druckmittel ein - das allerdings heute nicht zur Wirkung kommen kann, weil die gegenwärtige EU-Norm zur Ermittlung des Treibstoffverbrauchs von Neuwagen es erlaubt, während der Testfahrten die Klimaanlagen auszuschalten und somit deren oft erheblichen Mehrverbrauch zu verschleiern.
Werner Stadelhofer von der Technischen Universität Graz berichtete auf der Konferenz, das derzeit in Österreich ein standardisiertes Testverfahren für den Kraftstoffmehrverbrauch von Klimaanlagen entwickelt werde. Nikolaus Steininger von der EU-Kommission kündigte an, dass bei künftigen CO2-Grenzwerten effiziente Klimaanlagen einen Bonus bekommen sollen.
"Flusssäure wirkt in hoher Konzentration tödlich"
Einhellig kritisiert wurde das Vorhaben zahlreicher Autohersteller, als Reaktion auf neue EU-Umweltvorschriften das stark klimaschädliche Kühlmittel R134a durch die Chemikalie 2,3,3,3-Tetrafluorpropen (HFO-1234yf) zu ersetzen. Aus der Substanz entsteht bei Bränden Fluorwasserstoff, der in Kontakt mit Wasser zu ätzender und hochgiftiger Flusssäure (HF) reagiert. Diese "kann nach dem Einatmen nicht wie andere Atemgifte schnell im Körper wieder abgebaut werden", so Andreas Kornath von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. "Deshalb ruft es bleibende Schäden hervor und wirkt in hoher Konzentration tödlich."
Die technisch erprobte und umweltschonende Alternative wäre, Kohlendioxid als Kältemittel in neuen Kfz-Klimaanlagen einzusetzen. Die deutsche Autoindustrie hatte das vor einigen Jahren auch schon einmal zugesagt - es hinterher aber revidiert. Grund ist vermutlich, dass für den Einsatz von CO2 Umkonstruktionen der Klimaanlagen nötig sind, was gewisse Mehrkosten verursacht, das von den Chemiekonzernen Dupont und Honeywell angebotene 1234xy dies hingegen nicht erfordert.
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