Flugindustrie lobbyiert gegen Emissionshandel
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und sechs Verbände der Flugindustrie haben heute gefordert, den Emissionshandel im Luftverkehr zu verschieben. Dieser schade in der jetzigen Form "dem Luftfahrtstandort Europa", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die globalen Klimawirkungen des Luftverkehrs bedürften "eines weltweiten Lösungsansatzes". Notwendig seien dagegen Maßnahmen, die "nachweislich Klimaschutz und Wettbewerbskraft stärken. Das bedeute, Flughäfen bedarfsgerecht auszubauen und die Reform des europäischen Luftraums voranzubringen". Welche positiven Folgen für das Klima der bedarfsgerechte Ausbau von Flughäfen haben soll, lässt die Erklärung offen.

Flughafen Schiphol bei Amsterdam. (Foto: Konstanze Staud)
Unterzeichnet ist das Papier vom BDI, dem Flughafenverband ADV, dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), dem Bundesverband der Tourismuswirtschaft (BTW), dem Deutschen Verkehrsforum, dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und dem Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF). Das Schreiben wurde an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesminister für Wirtschaft, Verkehr und Umwelt übersandt.
Die Verbände sehen sich im Nachteil, weil die EU dem Druck aus den USA, China und Russland teilweise nachgegeben hat, ihre Airlines vom Emissionshandel auszunehmen. Damit würden europäische Fluggesellschaften de facto mit einer Sonderabgabe belastet.
Ab 2012 wird auch der Luftverkehr in den Emissionshandel einbezogen, die Deutsche Emissionshandelsstelle verschickt derzeit die ersten Bescheide. Mehr als 80 Prozent der Zertikate sind allerdings bis 2020 kostenlos. Der Flugpreis für eine einfache Strecke Berlin-Mallorca würde derzeit laut Umweltbundesamt um nicht einmal 1,50 Euro steigen.
klimaretter.info/mare
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