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Kritik zum Start des Pkw-Effizienzlabels

Autokäufer finden ab heute in den Verkaufssalons farbige Effizienzskalen, wie sie bereits von Haushaltsgeräten bekannt sind. Die Skala reicht von der Klasse "A+" in Grün über verschiedene Gelbtöne bis zu einem tiefroten "G" - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) spricht von mehr Transparenz und einer "echten Hilfestellung bei der Kaufentscheidung", Umwelt- und Verbraucherverbände sprechen hingegen von einer "Mogelpackung".


"Grün für Spritfresser? Rösler spinnt!" - Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte, protestiert auf dem Frankfurter Automobilmesse IAA im September 2011 gegen das "unsinnigste Ökolabel Deutschlands"   (Foto: BUND)

Neuwageninteressenten sollten sich "an allem orientieren, nur nicht an diesem Label", kritisiert Jens Hilgenberg vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die von der Regierung beschlossene Variante der Verbrauchskennzeichnung täusche den Verbraucher und schade der Umwelt. Der Energie- bzw. Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen werde nämlich in Relation zum Fahrzeuggewicht bewertet. Schuld daran seien Lobbybemühungen der deutschen Autoindustrie. "Autos mit hohem Verbrauch bekommen ein grünes Label, wenn sie nur schwer genug sind", kritisiert auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD). "Die völlige Absurdität dieser Formel zeigt, dass der Kampfpanzer Leopard 2 das gleiche 'Label E' bekäme wie ein Volkswagen Golf 1.4."

Umwelt- und Verkehrsverbände hatten stattdessen empfohlen, den Verbrauch an der Fahrzeugfläche zu messen - dadurch hätten Familien-Vans mit sparsamem Motor trotzdem ein grünes Label bekommen können, nicht aber die besonders verbrauchsstarken Luxus-Geländewagen wie Porsche Cayenne oder Audi Q7. "Anstatt den Kauf spritsparender Modelle zu fördern, fahren künftig Geländewagen-Käufer mit gutem Öko-Gewissen durch unsere Straßen", so BUND-Experte Hilgenberg. "Mit dem grünen Siegel dürfen nur solche Autos belohnt werden, deren CO2 -Emissionen unter 100 Gramm pro Kilometer liegen", für das Klima zählten nur die absoluten Emissionen, "das was hinten herauskommt".

klimaretter.info/alf

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