Deutsche Autohersteller bauen klimaschädlich
Vor drei Jahren jammerten die Autokonzerne noch, die EU-Kohlendioxid-Grenzwerte seien nicht zu schaffen. Jetzt liegen die tatsächlichen Emissionen weit unter der Zielmarke. Nur in Deutschland nicht. Autos von Daimler, VW und BMW sind weiter Dreckschleudern.
Deutsche Autos sind Kohlendioxidschleudern. Auf einem Ranking der Umweltorganisation Transport and Environment (T&E) schneidet Daimler mit seinen klimaschädlichen Autos mit Abstand am schlechtesten ab. 167 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer stoßen die Fahrzeuge des Konzerns im Durchschnitt aus. Die Autobauer Fiat, Toyota, Peugeot und Renault dagegen haben bereits im Jahr 2009 das Klimaschutzziel der Europäischen Union von 140 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer eingehalten. Im Jahr 2010 konnten die französischen und italienischen Autobauer die Grenzwerte sogar unter die EU-Zielmarke drücken.
Die gesamte im Jahr 2009 zugelassene Neuwagenflotte in Europa hat 5,1 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen, als die Neuwagen des Vorjahres. Für diese guten Werte sind laut der Studie "How clean are Europe's cars?" Wirtschaftskrise, Klimawandel und Abwrackprämien verantwortlich. Die Autokäufer zogen effizientere und kleinere Autos vor.
Den Rückgang der Emissionen haben dann hauptsächlich die südeuropäischen Autohersteller herbeigeführt. Spitzenreiter Fiat lässt seine Autos durchschnittlich nicht mehr als 131 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, dicht gefolgt von Toyota mit 132 Gramm. Der japanische Automobilkonzern hat es zudem geschafft, sich gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent zu verbessern.
Die deutschen Autokonzerne dagegen lassen ihre Fahrzeuge weiter die Luft verschmutzen. Nur geringfügig besserten sich ihre Werte um 4,8 Prozent (Daimler), 4,1 Prozent (VW) und 1,8 Prozent (BMW). "Mit millionenschweren Werbekampagnen versuchen die deutschen Autobauer BMW, VW und Daimler das Image nachhaltig operierender Unternehmen zu erzeugen, die effiziente Autos mit niedrigen Emissionen bauen", sagte Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH), bei der Vorstelllung der Studie am Donnerstag. Diese zeige ein anderes Bild. Selbst die amerikanischen Ableger Ford und GM schneiden demnach bei weitem besser ab als die deutschen Autobauer.
"Noch vor drei Jahren erklärten die Vertreter der Autoindustrie, die EU-Grenzwerte seien nicht zu schaffen. Jetzt haben sie die Grenzwerte sogar weit hinter sich gelassen", sagte Jos Dings, Leiter von T&E. "Die gleiche Industrie behauptet jetzt, die Grenzwerte für Lkw seien nicht zu erreichen. Es ist an der Zeit, auch diese Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen."

Wirklich klimafreundlich wären serienreife Solarautos. Doch bisher bleibt's bei einzelnen Modellen. (Foto: Martin Sieber)
2009 hatte die EU einen Kohlendioxid-Grenzwert beschlossen: Ab 2015 müssen Autobauer garantieren, dass ihre in der EU verkauften Autos durchschnittlich nicht mehr als 130 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer ausstoßen. Bis 2020 soll er bei maximal 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer liegen. Für die Verwässerung der ursprünglich deutlich schärferen Vorschläge der EU-Kommission hatte sich nicht nur die Automobilindustrie selbst sondern maßgeblich auch die deutsche Bundesregierung massiv eingesetzt.
Der Verkehrssektor ist nach dem Energiesektor und dem Konsum mittlerweile der drittschlimmste Klimasünder – Experten halten diese Grenzwerte daher für zu hoch, will die EU ihr Klimaziel erreichen: minus 20 Prozent Kohlendioxid bis 2020. Greenpeace und der Verkehrsclub Deutschland beispielsweise halten 80 Gramm CO2 pro Kilometer für machbar. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der durchschnittliche Ausstoß bei Neuwagen zurzeit bei 154 Gramm.
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 00 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Rezension
Die Übermacht der fossilen Industrie In Bonn wird auf der UN-Frühjahrstagung gerade wieder über das Klima verhandelt. Ein umweltverträglicher Kapitalismus ist jedoch nicht abzusehen. Aber auch die Kritiker tun sich schwer - ihnen fehlen die Alternativen. Eine Rezension von Felix Werdermann [mehr...]
Meinungen: Standpunkte
"Altmaier muss die Energiewende retten" Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13
Facebook Empfehlungen
klimaretter.info auf Twitter
klimaretter.info Newsfeed





Wenn der Siggi mit dem Jürgen und dem Rainer: In Berlin protestierte ein "breites gesellschaftliches Bündnis" aus Parteien, Umweltverbänden und Konzernen der Erneuerbare-Energien-Branche gegen die Laufzeitpläne der Bundesregierung. Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin und Rainer Baake sind dabei die Stars.
Statistik im Auftrag des japanischen Autoriesen: Durchschnitt der Neufahrzeuge in Deutschland bei 130 Gramm - deutlich besser als bei Audi, BMW & Co.
Umweltorganisation: Verstoß gegen europäische und nationale Umwelt- und Gesundheitsschutzvorgaben
In Berlin diskutierten Betroffene und Fachleute mit Politik und Netzbetreibern, wie der Ausbau der Stromnetze beschleunigt werden kann. Dies sei das derzeit größte Problem, nicht der Zubau neuer regenerativer Erzeugungskapazität. Forscher aus Aachen und Duisburg überraschten mit einer neuen Idee für verlustarme Fernübertragung: Wechselstrom mit nur 16,7 Hertz
Wie regelt man das Ende der Atomkraftnutzung am besten? Die unsichersten zuerst abschalten oder gleiche Jahreszahl für alle AKW? Selbst die Umweltverbände sind unein.
Die Erderwärmung muss auf zwei Grad begrenzt werden, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Ein halbes Grad Reduktion könnte allein mit einer Bekämpfung kurzlebiger Klimagase wie Rußpartikel, Methan und Ozon erreicht werden, heißt es in einer Studie des UN-Umweltprogramms UNEP.
Wenn der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Energiedebatte "endlich wieder konstruktiv" führen will, darf man durchaus neugierig sein. "Energie ist nicht schwarz-weiß", so das Motto, das die Berliner Gesprächsrunde am Mittwochabend jedoch selbst widerlegte.
Protest in 31 deutschen Städten am Samstag
Kritik: Neuwagenflotte des Konzerns verursacht im Branchenvergleich den größten CO2-Ausstoß
Angela Merkel lädt heute die Wirtschaft zum Mobilitätsgipfel. Autobranche fordert Subventionen, Umweltschützer und CDU- Wirtschaftsflügel sind skeptisch
Tendenz positiv, im Schnitt aber immer noch Klimaschweine: Die Deutsche Umwelthilfe hat die Dienstwagenflotte deutscher Spitzenpolitiker unter die Lupe genommen. Vorbilder für eine klimafreundliche Modellpolitik gibt es nur vereinzelt.
Eine neue Greenpeace-Studie untersucht die Herkunft des Stroms von Google, Twitter, Microsoft & Co. Überraschendes Ergebnis: Der Konzern mit dem besten Image ist der größte Klimakiller. Und Google investiert zwar in Ökostrom, das belgische Rechenzentrum hängt aber zu mehr als 50 Prozent am Atomstrom.
Fachtagung in Berlin fordert, den Treibstoffmehrverbrauch separat auszuweisen und Kunden so Entscheidungsmöglichkeiten zu geben
Bau geht unverändert weiter, nachdem ein Gericht die Genehmigung entzogen hatte. DUH und BUND fordern, ein Stopp für den "Schwarzbau" durchzusetzen



