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Auch Kalifornien will Verbrenner-Aus

Immer mehr Länder wollen den Verkauf von Benzin- und Dieselautos untersagen. Nun erwägt mit Kalifornien auch ein US-Staat diesen Schritt. Da die Trump-Regierung kaum mitziehen wird, sollen Vorschriften für die Registrierung von Fahrzeugen und den Zugang zu Autobahnen aushelfen.

Aus Chiang Mai Christian Mihatsch

Vorbild China: Der Gouverneur von Kalifornien, der Demokrat Jerry Brown, erwägt Autos mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Dies verriet die Chefin der kalifornischen Luftreinhaltungs-Behörde Carb, Mary Nichols. "Ich habe eine Nachricht vom Gouverneur erhalten mit der Frage: 'Warum haben wir noch nichts gemacht?'" Brown wolle insbesondere wissen, "warum China das kann und Kalifornien nicht".

BildStraßenszene aus Kaliforniens Hauptstadt Sacramento: Oldtimer wird es in Zukunft sicher noch geben. Nur mit etwas anderem unter der Motorhaube. (Foto: Robert Couse-Baker/​Flickr)

Brown bezieht sich dabei auf eine Ankündigung von Chinas Vize-Industrieminister Xin Guobin. Der hatte Anfang September erklärt, sein Ministerium arbeite an einem Zeitplan zum Verbot von Verbrennungsmotoren, der "in naher Zukunft" vorgestellt werde. Ab wann China den Verkauf von Autos mit Benzin- und Dieselmotoren verbieten wird, sagte Xin allerdings nicht.

In Frankreich und Großbritannien ist dies das Jahr 2040 (in Schottland 2032) und in Norwegen sogar schon das Jahr 2025. Letzteres Datum wird auch in den Niederlanden diskutiert. Besonders ehrgeizig ist Indien: Das Land hat das Ziel ausgegeben, dass ab 2030 nur noch abgasfreie Fahrzeuge in Verkehr gebracht werden.

Kalifornien will seine Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 senken. "Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, müssen wir wohl alle Verbrennung bis 2040 oder 2050 durch eine Form erneuerbarer Energie ersetzen", sagt Mary Nichols.

Dabei rechnet die Behördenchefin allerdings nicht mit einem Entgegenkommen der Zentralregierung in Washington. Diese müsste Kalifornien eine Sondergenehmigung erteilen, damit der Bundesstaat eine Regelung einführen kann, die von den nationalen Vorschriften abweicht.

Kalifornisches Verbot wäre mehr als ein Signal

Kalifornien hat bereits eine Sondergenehmigung für strengere Abgasvorschriften. Diese verdankt der Staat seinem ehemaligen Gouverneur Ronald Reagan. Der spätere republikanische US-Präsident gründete das California Air Resources Board, abgekürzt Carb, im Jahr 1967 – drei Jahre bevor die Umweltschutzagentur EPA auf Bundesebene geschaffen wurde. Deshalb erhielt Kalifornien die Erlaubnis, an den bereits erlassenen Vorschriften festzuhalten.

Die Erlaubnis deckt ein komplettes Verbot von Benzin- und Dieselautos aber nicht ab und Nichols glaubt nicht an eine weitere Sondergenehmigung: "Wir erwarten definitiv nicht, dafür eine Erlaubnis von der EPA zu bekommen. Ich glaube, wir müssen uns unsere sonstigen regulatorischen Kompetenzen bemühen, um zu diesem Ergebnis zu kommen." Dazu gehören etwa die Vorschriften zur Registrierung von Fahrzeugen oder Bestimmungen, die den Zugang zu Kaliforniens Autobahnen regeln.

Ab wann der Bann gelten könnte, weiß Carb-Chefin Nichols noch nicht: "Einige, auch in meiner Behörde, glauben, dass man alle Verkäufe von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2030 stoppen kann. Andere sagen 2035 und wieder andere 2040. Es ist unglaublich schwer, das vorauszusagen."

BildAuch das ist Sacramento, diesmal ohne Autos. (Foto: Robert Couse-Baker/Flickr)

Sollte Kalifornien tatsächlich Benzin- und Dieselautos verbieten, wäre dies mehr als ein Signal. Letztes Jahr wurden in dem südwestlichen Bundesstaat zwei Millionen Autos verkauft – mehr als in Frankreich, Italien oder Spanien. Außerdem orientieren sich viele andere US-Bundesstaaten an Kalifornien beim Kampf gegen Luftverschmutzung und Klimawandel.

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