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Elektroautos nur mit Erneuerbaren

Die taz berichtet unter Berufung auf eine Studie des Öko-Instituts, Elektroautos seien eine Ökolüge. Das Öko-Institut jedoch fühlt sich mißverstanden. Elektromobilität könne zum Klimaschutz beitragen, dafür seien aber zusätzliche erneuerbare Energien notwendig.

Von Hanno Böck 

"Die Ökolüge vom Elektroauto" - so plakativ und provokant stand es gestern auf der Titelseite der taz. Hintergrund ist eine Studie des Öko-Instituts, das die Klimabilanz von Elektrofahrzeugen im Zusammenhang mit der Stromerzeugung untersucht hat. Das Elektroauto würde als Beitrag zum Klimaschutz gepriesen, "doch in Wahrheit" sei es klimaschädlicher als ein normales Benzinauto. Der Ausbau der Elektromobilität, so zitierte die taz die Studie, führe zu einer größeren Klimabelastung. Doch die Studienautoren fühlen sich missverstanden: "Die Elektromobilität ist langfristig notwendig für den Klimaschutz und kann bereits bis zum Jahr 2030 eine wichtige Option für den klimafreundlichen Verkehr sein." Man distanziere sich von der pauschalen Behauptung, es handle sich bei den E-Autos um eine "Ökolüge".


Elektroauto an einer RWE-Zapfsäule - entscheidend ist, woher der Strom stammt. (Foto: flickr/Manfred Wassmann)

Das Öko-Institut hatte sich in einer Studie mit dem Titel "OPTUM: Optimierung der Umweltentlastungspotenziale von Elektrofahrzeugen" mit der Frage auseinandergesetzt, welchen Beitrag Elektrofahrzeuge zum Klimaschutz leisten können. Die Studie ist Teil eines vom Umweltministerium geförderten Forschungsprojekts mit dem Titel "UMBReLA". Die zentrale Aussage: Elektrofahrzeuge können einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, notwendig ist aber hierfür, dass die Stromerzeugung mit Hilfe erneuerbarer Energien geschieht und diese zusätzlich gebaut werden. Die Elektromobilität könne vor allem langfristig eine Rolle beim Klimaschutz spielen, kurzfristig seien die potentiale verbesserter Verbrennungsmotoren aber deutlich höher.

Verglichen haben die Studienautoren die Treibhausgas-Bilanz bei der Stromerzeugung mit der eines konventionellen Benzinfahrzeugs. Bei beiden Energieformen wurde eine Gesamtbetrachtung vorgenommen: Beim Benzin wurden neben den Abgasen auch die bei der Förderung und Raffinerierung entstehenden Emissionen berücksichtigt, beim Strom die Klimabilanz der Erzeugung.

Das Ergebnis: Ohne den Bau zusätzlicher erneuerbarer Energieanlagen schneiden Elektrofahrzeuge in der Klimabilanz schlechter ab als ein gewöhnlicher Benziner. Demnach käme ein Benzinmotor auf eine Bilanz von 126 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer, ein Elektroauto auf 147 Gramm. Nutze man ausschließlich zusätzliche erneuerbare Energieanlagen, käme man auf nur noch drei Gramm Kohlendioxidemissionen. "Zusätzlich", das bedeutet, dass man nicht einfach die in den bisherigen Ausbauzielen vorgesehenen erneuerbaren Energieanlagen anrechnen könne.


Die taz schreibt von einer Ökolüge, das Öko-Institut widerspricht jedoch.

Für wichtig erachten die Studienautoren die Einführung eines intelligenten Lademanagements. Elektrofahrzeuge sollen, wenn möglich, dann aufgeladen werden, wenn überschüssiger Strom im Netz vorhanden ist. Allerdings, so die Studienautoren: "In den Modellrechnungen des Öko-Instituts reichen jedoch bis 2030 die überschüssigen erneuerbaren Energien nicht aus, um den zusätzlichen Strombedarf von Elektrofahrzeugen zu decken." Nur bei einem zusätzlichen Zubau von erneuerbaren Energien - über die bisher schon festgelegten Ausbauziele hinaus - könne die Elektromobilität die Emissionen des Autoverkehrs um etwa sechs Prozent senken. Deutlich höhere Potentiale habe daher zumindest kurzfristig die Effizienzsteigerung konventioneller Verbrennungsmotoren. Hier könne bis 2030 ein Viertel der Emissionen eingespart werden.

Unberücksichtigt blieb in der gesamten Studie die Frage, welchen Anteil die Herstellung und Entsorgung der Fahrzeuge an der Klimabilanz hat. Es sei, so erklärt Florian Hacker vom Öko-Institut gegenüber klimaretter.info, nur schwer möglich, die Kohlendioxid-Emissionen bei der Herstellung bislang unbekannter Fahrzeuge zu prognostizieren. Dies werde aber in anderen Untersuchungen im Rahmen des Forschungsprojekts UMBReLA betrachtet. Außen vor gelassen wurde auch die Frage, welchen Beitrag zum Klimaschutz eine Veränderung der Verkehrskonzepte leisten könnte, etwa eine stärkere Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrädern.

 

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