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Tschernobyl läßt grüßen

DER KOMMENTAR:

hanno2Joachim Wille, Redakteur bei klimaretter.info, über die neuen Meßdaten zur radioaktiven Verseuchung in Fukushima

 

Fukushima – war das was? Der GAU - der "größte anzunehmende Unfall" - hat vor knapp acht Monaten Japan und die halbe Welt in Angst und Schrecken versetzt. Inzwischen ist das Thema fast weg vom Nachrichten-Schirm.

Jetzt tauchte es noch einmal auf – durch die neue wissenschaftliche Untersuchung, die aufzeigte, dass bei der Katastrophe mehr als doppelt so viel Radioaktivität freigesetzt wurde als bisher von der Regierung in Tokio und der internationale Atombehörde eingeräumt. Damit wird klar, dass die Größenordnung von Tschernobyl erreicht ist. Die Fukushima-Wolke enthielt - gemessen am Leitnuklid Cäsium 137 - rund 40 Prozent der Emissionen, die beim GAU in der Ukraine in die Atmosphäre geschleudert wurden.

Bislang argumentierten unentwegte Atomkraft-Verfechter, in Fukushima sei es ja noch glimpflich abgegangen. Westliche Technik habe sich  eben als verlässlicher erweisen als die russischen Schrottkonstruktionen. Diese Behauptung bröselt zusehends. Doch nicht der Emissionsvergleich ist wirklich entscheidend, zumal Japan noch Glück im Unglück hatte - rund 80 Prozent der Radioaktivität wurden aufs Meer hinaus getrieben und regneten nicht über Land ab. Wie unverantwortbar die Atomtechnologie ist, zeigt die jüngste Prognose von Experten der Regierung in Tokio zur Sanierung des havarierten AKW. Sie schätzen, dass es volle drei Jahrzehnte dauern wird, bis sie abgeschlossen sein wird.

Das Arbeiten auf dem verstrahlten Fukushima-Gelände ist schwierig und gefährlich. Gerade erst hat Betreiber Tepco die Zeltkonstruktion über Reaktor 1 fertigstellen können, die den weiteren Austritt von Radioaktivität vermindern soll. Alleine das dauerte über vier Monate. Drei weitere "Zelte" sollen folgen, und das ist erst der Anfang.

Die richtig schwierigen Arbeiten, wenn es um die Sicherung oder Demontage der teils völlig zerstörten Reaktorkerne geht, folgen ja erst noch – und das alles in mitten einer Region, die für Generationen unbewohnbar bleiben wird. Eine Technologie, die, wenn sie aus dem Ruder läuft, solche Folgen hat, muss schnellstmöglich abgelöst werden. Das ist die richtige Erkenntnis aus dem so "glimpflich" abgegangenen GAU von Fukushima.



Der 11. März hat die Welt verändert: wie stark, das steht noch nicht fest, wie die jüngsten Merssergebnisse zeigen. (Foto: Adobe of Chaos)

Lesetipp:

Tschernobyl - ein viertel Jahrhundert später

Fukushima - das klimaretter.info-Dossier

Die Welt nach Fukushima - wie die Katastrophe auf der Erde bewertet wird. Und welche Folgen sie hat.

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