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Das Stoppschild

DER KOMMENTAR:

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Joachim Wille, Chefredakteur von klimaretter.info, über das neue Sondergutachten des Umweltrats zur deutschen Verkehrspolitik.

 

Der Verkehr ist das Sorgenkind der Klimaschützer. Er macht einfach nicht, was er soll.

Seit 1990, dem Startjahr der Klimapolitik, hat der Verkehrssektor null Emissionen eingespart, während etwa die Industrie über 30 Prozent geschafft hat. Ja, im letzten Jahr gab es wegen der niedrigen Spritpreise sogar einen Anstieg über den 1990er Wert hinaus.

Das ist nicht nur peinlich für die Verkehrspolitiker. Es ist auch zukunftsgefährdend – für das Klima und für die PS-Branche selbst, die in puncto moderner Mobilität abgehängt zu werden droht.

Die Umweltweisen der Bundesregierung haben nun ein Stoppschild aufgestellt: So wie bisher geht es nicht weiter. Der Sektor muss endlich seinen Klimabeitrag leisten.

Richtigerweise geht es in den Empfehlungen um viel mehr als "nur" die Elektromobilität, die per Quote gepusht werden soll. Denn denselben Verkehr wie heute eins zu eins mit Strom abzuwickeln, brächte die nötige Entlastung nicht.

Auch auf Verkehrsvermeidung durch Digitalisierung und kluge Stadtplanung sowie Verkehrsverlagerung auf Bus, Bahn, Fahrrad und Füße kommt es an. Zudem darauf, die milliardenschweren Subventionen von Dieselsteuer-Rabatt bis Dienstwagenprivileg abzubauen, die Verkehr anreizen.

Man weiß: Die Autoindustrie kämpft gegen solche Ideen, ebenso wie gegen die E-Auto-Quote. Doch vielleicht wird sie später einmal dankbar sein, wenn sie dadurch die Klimakurve geschafft und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten hat.

BildMit dem neuen Gutachen hat der Umweltrat ein Stoppschild aufgestellt – wieder einmal. (Foto: Thegabec/​Flickr)

[Erklärung]  
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