Vom Kopf auf die Füße

DER KOMMENTAR:

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Joachim Wille, Chefredakteur bei klimaretter.info, über den Hurrikan "Irma" und US-Präsident Trumps Eile bei der Steuerreform.

 

"Irma" sei ein Sturm mit "absolut historischem Zerstörungspotenzial", hat US-Präsident Donald Trump erkannt und getwittert. Und er mahnt zur Eile. Wie gut, denkt man.

Nur, Trump meint gar nicht den Kampf gegen den Klimawandel, den Experten für die Schwere der Folgen sowohl von Hurrikan "Harvey" vorige Woche als auch des aktuellen Mega-Sturms mitverantwortlich machen. Dealmaker Trump nutzt "Irma" vielmehr, um im US-Kongress endlich eine Mehrheit für seine Steuerreform zu bekommen, mit der er vor allem die Unternehmen im Land entlasten will. Deren Steuersatz soll von 35 auf 15 Prozent sinken.

Ganz schnell müsse nun alles gehen, mahnt er Republikaner und Demokraten. Denn die Republikaner sind bei dem Thema uneins und die Demokraten wollen vor allem die Mittelschicht entlasten.

"Harvey" und "Irma" sind nationale Katastrophen, und sie werden nicht nur die betroffenen Bundesstaaten, sondern auch die Regierung in Washington viele Milliarden Dollar an Aufbauhilfe kosten, die in der bisherigen Finanzplanung nicht vorgesehen sind.

Trumps Taktik ist zu perfide, als dass sie verfangen darf. Als erstes sollte der Präsident sein milliardenschweres Mexiko-Mauer-Projekt einstampfen, um Geld frei zu machen für die Bewältigung der Hurrikan-Schäden. Und dann muss er seine Energie- und Klimapolitik vom Kopf auf die Füße stellen.

BildAuch bei seiner Steuerreform kennt der US-Präsident nur Superlative – am größten, am erfolgreichsten –, jetzt müssten das eigentlich nur noch die Abgeordneten und Senatoren einsehen. (Karikatur: IoSonoUnaFotoCamera/​Flickr)

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