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Gefährliche Fukushima-Entwarnung

DER KOMMENTAR:

Joachim Wille, Redakteur bei klimaretter.info, über den Meldung, dass die Reaktoren in Fukushima unter Kontrolle sein sollen..

Super, der Super-GAU ist vorbei. Wir haben jetzt wieder alles im Griff. Das zumindest will Japans Regierung offenbar seinem Volk klar machen. Der "Zustand der Kaltabschaltung" sei erreicht, "so dass das Unglück nun unter Kontrolle ist", verkündete Ministerpräsident Yoshihiko Noda. Ein Dreiviertel Jahr hat es seit dem Begin der Nuklearkatastrophe gedauert, so weit zu kommen. Aber nun ist alles gut.


Reaktor 4 in Fukushima im März. (Foto: Tepco)

Ist es natürlich nicht. Das Fachwort "kalte Abschaltung", das eigentlich für intakte Atomkraftwerke benutzt wird, nicht für Super-GAU-Reaktoren, suggeriert eine Normalität, die nicht gegeben ist. Noch immer dringt Radioaktivität nach außen, wenn auch deutlich weniger als früher. Die Strahlung in der Anlage ist hoch, normales Arbeiten dort unmöglich. Es wird zehn Jahre dauern, bis AKW-Betreiber Tepco damit beginnen kann, den teils geschmolzenen Brennstoff aus den zerstörten Reaktoren herauszuholen. Und insgesamt dürfen drei bis vier Jahrzehnte ins Land gehen, bis die Fukushima-Ruinen abgebaut und dauerhaft in einer Art Sarkophag versiegelt sein werden.

Die Belastungen, die Japans Bürgern und dem Staat aufgebürdet wurden und werden, sind gigantisch. Es mag nachvollziehbar sein, wenn Tokio angesichts des Grauens nun einen Erfolg feiern will. Doch es wäre fatal, wenn dadurch der Eindruck geschaffen werden soll, so etwas wie den Super-GAU könne man schon irgendwie wegstecken. Es wäre ein fataler Rollback. Japans Regierung hat nach langem Zögern immerhin die Energiewende und einen langfristigen Ausstieg aus der Atomkraft zum Ziel erklärt. Daran muss sie arbeiten, und nicht Beruhigungspillen verteilen.

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