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Trumps Herz für die Mountainbiker

Der gute Wille

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Donald Trump hat einen Lauf. Wo er kann, reißt er das alte System ein. Und gerade geht es ihm flott von der Hand – ob Nahost, Steuerreform oder Paris-Vertrag. Doch der Milliardär im Oval Office baut auch auf. Er hat ein Herz für die Mountainbiker.

Künftig sollen die Rad-in-der-Natur-Enthusiasten wieder im Bears Ears National Monument herumkurven können, einem Naturschutzgebiet im US-Bundesstaat Utah. Das hatte er vor der Wahl versprochen und sich so die Stimmen der Bergradler gesichert.

Und noch mehr. Denn auch Jagen und Fischen sollen in Bears Ears wieder erlaubt sein und Bauern sollen dort Landwirtschaft betreiben können. Trump hat verkündet, die geschützte Fläche werde von 5.400 auf 800 Quadratkilometer schrumpfen, also auf rund ein Siebtel.

Nicht ganz so stark trifft es die Naturschutzregion Grand Staircase-Escalante, ebenfalls in Utah. Sie wird "nur" von 6.900 auf 4.000 Quadratkilometer verkleinert.

Gegen "übertriebenen" Naturschutz

Trump versucht auch in diesem Fall die Geschichte zurückzudrehen. Besondere Befriedigung dürfte es ihm bereiten, dass er damit Entscheidungen seiner Demokraten-Vorgänger Barack Obama und Bill Clinton rückgängig macht, die die Schutzgebiete eingerichtet hatten.

Der Präsident folgt damit den Wünschen republikanischer Parteifreunde in Utah, denen die früheren Dekrete aus Washington schon immer als Anmaßung vorkamen. Sie wollen selbst entscheiden, was, wo und wie geschützt wird oder eben nicht – und können es wohl demnächst.

US-Innenminister Ryan Zinke hat dafür die Vorlage geliefert. Er ließ die 27 nach 1996 proklamierten National Monuments im Auftrag Trumps daraufhin untersuchen, wo der Naturschutz "übertrieben" werde. Für sechs der Schutzgebiete hat Zinke die Verkleinerung empfohlen, darunter die beiden in Utah.

Umweltschützer bringt das natürlich auf die Palme, ebenso die Navajo-, Hopi-, Ute- und Zuñi-Indianer. Das Gebiet wird seit Jahrtausenden von ihnen bewohnt und als Weideland genutzt. Außerdem liegen dort heilige Stätten. Klagen gegen Trumps Dekret sind bereits eingereicht.

Dabei geht es denn auch weniger um die Mountainbiker. Der Staat Utah hat Interesse, das bisher geschützte Land auch zum Abbau von Rohstoffen zu nutzen, vor allem von Erdöl und Gas, die dort unter der Erde liegen. Und damit wird dann auch klar, warum der Fossile-Energien-Fan Trump sich hier so ins Zeug legt.

BildMountainbiking macht Spaß. Aber um die Geländeradler geht es Trump bei seiner Entscheidung nur am Rande. (Foto: 12019/Pixabay)

Joachim Wille ist Chefredakteur des Online-Magazins klimaretter.info

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