EEG-Umlage: 0,176 Eurocent mehr

Reimers kleine Zahlenkunde

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Die EEG-Umlage steigt schon wieder. Und zwar auf "Rekordniveau", wie die Deutsche Presse-Agentur – nebst der angeschlossenen Medienhäuser – vermeldet: 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage ist das, was wir Verbraucher an die Anlagenbetreiber bezahlen müssen. Damit die in Ruhe ihre Ökostromanlagen über 20 Jahre wirtschaftlich "abschreiben" können. Wir finanzieren die also im kommenden Jahr auf Rekordniveau!

Skandal? Gemach! Die Umlage errechnet sich aus der Differenz zwischen der gesetzlich festgelegten Einspeisevergütung und dem Strompreis an der Börse. Die Höhe ist festgesetzt, je nach Größe der Solaranlage werden zurzeit den Investoren 20 Jahre lang gut acht oder knapp 13 Cent gezahlt. Haushaltsstrom kostet aber 26 Cent. Weil es viel zu viel Kohlestrom im Netz gibt – 2014 erzielte der Stromexport über die deutschen Grenzen mit 34 Terawattstunden einen neuen Rekord – rauschte der Börsenstrompreis in den Keller. Es gilt die Gleichung: Börsenstrompreis + EEG-Umlage = Einspeisetarif.

Sagenhafte 2,85 Prozent mehr

Ein Ansteigen der EEG-Umlage heißt also nicht zwingend, dass die Energiewende immer teurer wird. Und was heißt hier "Rekordniveau"? Stromkunden zahlen aktuell 6,17 Cent. Im kommenden Jahr sind es je Kilowattstunde also ganze 0,176 Eurocent mehr. Das sind 2,85 Prozent, also faktisch so viel wie die Inflation. Offiziell wird die Umlage erst am morgigen Donnerstag bekannt gegeben.

Wer sich jetzt immer noch erregen mag: Für einen Muster-Drei-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von jährlich 3.500 Kilowattstunden bedeutet der Umlagen-Anstieg 6,44 Euro mehr im ganzen Jahr. Allerdings nur für den Fall, dass die Stromlieferanten diesen Betrag tatsächlich an ihre Kunden weitergeben. Dank des gesunkenen Börsenstrompreises können sie sich nämlich derart günstig mit der "Ware" Elektrizität eindecken, dass sie auch ohne Erhöhung noch ordentlich Profit machen.

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Nicht zu vergessen die eingesparten Kosten durch solch erneuerbares Idyll: Fossile Energie zerstört die Atmosphäre, bringt das Wetter durcheinander und wird Billiarden Euro kosten. (Foto: Reimer)

Nick Reimer ist Chefredakteur des Online-Magazins klimaretter.info

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