"Für Fleisch nicht die Bohne!"
Von Reinhild Benning,
Leiterin Agrarpolitik (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)
auf dem McPlanet am Sonntag, 9 Uhr:
Forum "Fleisch isst Gemüse"
Raum: H 110
Ziel war es, in einem ersten Schritt den Sojaschrotbedarf der deutschen Milch- und Fleischproduktion(sowohl Produktion als auch Ausfuhren) zu ermitteln sowie die dafür benötigten außereuropäischen Anbauflächen abzuschätzen. Als Grundlage für diese Abschätzungen dienten Produktionsmodelle, mit denen die Fütterung von deutschen Rindern, Schweinen und Mastgeflügel abgebildet und der Soja-Anteil in der Fütterung abgeschätzt werden kann.
In einem zweiten Schritt sollte der außereuropäische Flächenbedarf abgeschätzt werden, um die von der EU angestrebten Beimischungsziele für Agrokraftstoffe für Deutschland und die EU zu erfüllen. Dabei wurde von einem für das Jahr 2007 ermittelten Mischungsverhältnis für Agrodiesel und Agrosprit ausgegangen.
Um Sojaschrot für die deutsche Produktion von Milch, Schweinefleisch, Rindfleisch und Geflügelfleisch zu produzieren, wurden im Jahr 2007 Anbauflächen im Umfang von 2,8 Millionen Hektar belegt.
Der deutsche Verbrauch von Agrodiesel in 2007 belegte Sojaanbauflächen im Umfang von gut 2 Millionen Hektar und Palmölanbauflächen im Umfang von rund 100.000 Hektar. Der deutsche Verbrauch von Agrosprit belegte Zuckerrohranbauflächen von 26.000 Hektar.
Während die benötigten Flächen für den Anbau von Soja, Ölpalmen und Zuckerrohr addiert werden können, müssen die benötigten Flächen für Agrodiesel aus Sojaöl und Futtermittel aus Sojaschrot miteinander verrechnet werden, da von derselben Fläche sowohl Öl als auch Schrot gewonnen wird.
Die Sojaanbauflächen für Agrodiesel werden daher für diese Addition nicht berücksichtigt. Der deutsche Verbrauch an Sojaschrot für Futtermittel, Agrodiesel und Agrosprit nahm demnach Anbauflächen im Umfang von 2,9 Millionen Hektar ein.
Auch wenn die Anbaufläche für Sojabohnen zur Produktion von Agrodiesel in dieser Studie aus genannten Gründen nicht in den Gesamtflächenverbrauch für die deutsche Tierfütterung und Agrokraftstoffproduktion Eingang findet, so erhöht er doch die Rentabilität des Sojaanbaus enorm. Das muss als starker zusätzlicher Faktor berücksichtigt werden, um den aktuellen hohen Anreiz für die Produktion von Sojabohnen zu verstehen.
Würden die Beimischungsziele der EU für 2020 verwirklicht, müssten für den prognostizierten deutschen Sprit- und Dieselbedarf - bei Beibehaltung des derzeitigen Mischungsverhältnisses der Rohstoffherkünfte von –rechnerisch Anbauflächen im außereuropäischen Ausland im Umfang von 2,2 Millionen Hektar zur Verfügung stehen. Für die Zielerreichung von 10 Prozent Agrokraftstoff-Beimischung für die gesamte EU würden Anbauflächen im Umfang von 15,6 Millionen Hektar benötigt.
Reinhild Benning diskutiert auf dem McPlanet unter anderem mit Susanne Gura (Beraterin internationale Agrarpolitik) und Willi Kampmann (Deutscher Bauernverband)
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