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Zwischen Verschwendung und Knappheit

Auch wenn die Preise zwischendurch wieder sinken: Eine reale Ressourcenlage bilden sie selten ab: "Die neuen Knappheiten" haben ihre Ursache in einem Wirtschaftssystem, das nicht auf Nachhaltigkeit sondern maximales Wachstum ausgerichtet ist. Und selbst wenn klimaschädliche fossile Ressourcen wie Kohle oder Öl irgendwann zu Neige gehen: "Es ist noch genug da, um die Erde zu zerstören", sagt Lili Fuhr von der Heinrich Böll Stiftung.

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"Wir müssen uns mehreren Krisen auf einmal stellen", so Fuhr im Forumsgespräch. Sowohl bei den Ursachen als auch bei möglichen Lösungen gebe es Parallen: "Wenn wir jetzt nicht auf Nachhaltigkeit umschwenken, wird das zu einer Wirtschaftskrise führen, die noch weit schlimmer ist als die derzeitige Situation", sagt Fuhr.

"Wir müssen jetzt handeln, wenn wir nicht in einer fatalen Sackgasse landen wollen", sagt auch Joan Moraes aus Rio de Janeiro. Moraes ist Vertreter der brasilianischen Gewerkschaft ölverarbeitender Industrien. Für ihn sind Nachhaltigkeit und Klimaschutz vor allem eine Frage von mehr Demokratie: Derzeit gebe es eine Konzentration von zuviel Macht in zu wenigen Händen.

"Unternehmen haben in vielen Ländern mehr Rechte als Bürger", sagt auch Von Hernandez von Greenpeace Südostasien. Er hat eine Werbeanzeige aus den Phillipinen mitgebracht: "Um Firmen wie Ihre anzuziehen, haben wir Berge versetzt, Wälder gerodet und Flüsse umgeleitet", heißt es da unter dem Titel "Erfolg in der globalen Wirtschaft". Die Anzeige sei zwar bereits 30 Jahre alt, die Haltung aber nach wie vor aktuell.

Sehen ließe sich das etwa an Indonesien, dem weltweit drittgrößten Treibhausgasemittenten. Dieser Rang wird hauptsächlich durch die starke Entwaldung verursacht: 80 Prozent der intakten Waldgebiete seien bereits verloren. In jeder Minute würden in Waldflächen der Größe von fünf Fußballfeldern gerodet – zumeist für riesige Palmölplantagen. Indonesien ist der weltgrößte Palmölproduzent. Der größte Teil wird exportiert. Zum Beispiel nach Europa.

klimaretter.info/sam

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