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Sitzstreik im Bella Center bis nach Mitternacht

Hier müssen alle lang: Der Gang zwischen dem Pressezentrum, dem Kaffeestand und den Plenarsäalen ist die Hauptschlagader im Bella-Zentrum. 50 internationale Jugendliche haben sich am Mittwoch Nachmittag zu einem nicht angemeldeten Sit-In niedergelassen. Sie verlesen die Namen der Unterzeichner der Kampagne "Die Welt braucht ein echtes Abkommen". 

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Ben Wessel von der amerikanischen Studentenorganisation SustainUS sitzt neben Anna Collins von der Britischen UK Youth Climate Coalition, Wessel liest gerade einen italienischen Namen nach dem anderen vor. 11 Millionen Menschen aus aller Welt haben die Kampagne unterschrieben, die ein rechtlich verbindliches, faires und ehrgeiziges Abkommen verlangt. Die Sicherheitskräfte der UN reagieren erst nach einer Stunde und ziehen ein Dutzend der Protestierenden aus der Mitte des Weges an den Rand, mehrere der jungen Aktivisten nehmen sie zum Verhör mit.

Naddim Haidar von der arabischen Gruppe "Indy Act - die Liga der unabhängigen Aktivisten" hat die lauteste Stimme. Neben ihm steht Ann Wang aus China. "Wir brauchen ein starkes Abkommen, um das Überleben von Millionen von Menschen zu sichern, deren Leben und deren Kulturen durch den Klimawandel bedroht sind," sagt Wang. Die deutsche Aktivistin Julia Grauvogel fügt hinzu: "Wenn die Staatschefs in Kopenhagen ankommen, sollen sie merken, dass wir sie beobachten und handeln werden, damit sie ein starkes Abkommen für uns schließen." Das Sit-In dauert an, die Jugendlichen sind bereit, die Nacht über zu bleiben.

20.46 Uhr: 17 Aktivisten richten sich für die Nacht ein. Sie haben Decken von Greenpeace bekommen, Helfer haben Essen von einem der Side-Events gebracht, jetzt warten sie auf ein faires Abkommen.

01:54 Uhr: Kurz vor zwei Uhr morgens stellten die UN-Sicherheitskraefte den Protestierenden ein Ultimatum: Entweder sie gehen friedlich, während die Polizisten einen letzten Kaffee trinken. Oder die Sitzstreikenden würden weggetragen, verhaftet - und keine Vertreter von Nichtregierungsorganisationen dürften in den naechsten Tagen das Bella-Center mehr betreten. Darauf hielt eine der Streikenden eine kurze Rede und rief zu "massivem Zivilen Ungehorsam rund um die Welt" auf, erklärte aber das Ende des Sit-Ins. Während ihr Livestream ins Internet noch lief, verließen die Aktivisten das Bella-Center. Eine Reihe von NRO-Angehörigen, die sich ihnen angeschlossen hatte, ging ebenfalls.


Der Live-Blog des Sit-Ins: http://bit.ly/7Mrm9s

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