Erste Blitzlichtgewitter mit Schwarzenegger
Einen Tag bevor die Minister und Staatschefs offiziell das Verhandlungsparkett übernehmen, läutet das Show-bizz das High-Level-Segment in Kopenhagen ein. Neben dem "Terminator" - Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger - gab sich auch "Oskar" Al Gore die Ehre
Vom Verhandlungsparkett SARAH MESSINA
Der Gouverneur von Kalifornien läutet in Kopenhagen das High-Level-Segment ein: Einen Tag bevor die zuständigen Minister und ihre Staats- und Regierungschefs das Verhandlungsparkett betreten, prasselte im Bella Center eine Blitzlichtgewitter für die Filmwandhelden.

Gore, Hannah, Schwarzenegger - ein Foto von den Stars ist auch auf Klimakonferenzen beliebt. (Fotos: Messina, Weimann, pr)
Arnold Schwarzenegger kennt Kopenhagen bestens: Schließlich ist Schwarzenegger einst als "Mister Universum" und Terminator bereits in Kopenhagen unterwegs gewesen. "Und ich hätte nie gedacht, dass ich einmal als Gouverneur von Kalifornien hier auf der Klimakonferenz sprechen werde", sagte Schwarzenegger.
Am Dienstag Nachmittag jedoch tut er es, spricht vom US-amerikanischen Vorreiter-Bundesstaat Kalifornien und vom Klimaschutz, der auch ohne große Politik stattfinden muss. "Umgesetzt wird Klimaschutz zuerst von Menschen, dann von Städten und Regionen", so Climate Action Hero Schwarzenegger. Seine Empfehlung: einen UN-Klimagipfel für Städte einzurichten. Und gegen ein ambitioniertes neues Klimabkommen hat er natürlich nichts.
Kaliforniens österreichischer Gouverneur ist der zweite "Star", der die Klimabühne in dieser Woche betritt: zuvor war Darryl Hannah im Nachbarraum mit Kofi Annan aufgetreten.

Warb auch für Klimaschutz in Kopenhagen: Darryl Hannah
Vielleicht lieferten die Stars einen Testlauf: Die Sicherheits-Vorkehrungen für die Stars und Regierungschefs wurden jedenfalls schon einmal im Bella Center ausprobiert: Ab morgigem Mittwoch gilt es für den Weg von A nach B einige Sicherheitsschleusen mehr zu passieren, Medien dürfen sich Wettrennen für Eintrittskarten von Shows à la Schwarzenegger liefern.
Nichtregierungsorganisationen und Beobachter müssen sich dagenen um die begehrten "second badges" für den Klimagipfel streiten: Der Einlass wird ab Mittwoch verlost: Am Freitag dürfen von tausenden Aktivisten, die bislang das Konferenzgeschehen mitbestimmt haben, noch ganze 90 ins Verhandlungsgebäude.
Dafür gibt es jetzt eine Hollywood-taugliche Fotowand, vor der sich bereits am Mittwoch Persönlichkeiten wie Schwarzenegger oder Al Gore ablichten ließen und die nun für die Staatschefs bereitsteht. Dass dafür die ganze Infrastruktur des Bella Centers umgestellt wird: Nebensächlich. Gestern war ein Weg noch da, heute blockieren unter Umständen weder die USA, noch China, die G77 oder Tuvalu das Durchkommen, sondern die internationale Security im Namen des richtigen Sicherheitsabstands. Und wenn Premier XY mit Gefolge passieren will, bleibt für alle anderen der Betrieb eben stehen.
Der Klimazirkus ist eröffnet: Ob in den kommenden Tagen nicht nur an der Oberfläche gewienert wird, sondern auch am Wesentlichen wird sich erst zeigen, wenn die Staats- und Regierungschefs den Staffelstab schon wieder an die Verhandlungsgruppen abgegeben haben. Das Gala-Dinner wird vielleicht auch deshalb schon vorsorglich am Donnerstag-Abend gegeben.
Oskar-Preisträger Al Gore - früher mal US-Vizepräsident und verantwortlich für das US-amerikanische Desaster um das Kyoto-Protokoll - hat Kopenhagen schon aufgegeben. Gore forderte eine neue Klimakonferenz im Juli in Mexiko, um ein definitives Abkommen zu schließen.
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