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Klimakonferenz trifft zweite Entscheidung

Nach dem Beschluss zum Anpassungsfonds finden die Delegierten nun auch eine Lösung für den so genannten REDD-Mechanismus - den Kampf gegen die zunehmende Entwaldung. Sie beschließen eine Methodologie, die regelt, wie Bäume gezählt werden

Vom Konferenzparkett CHRISTIAN MIHATSCH

Die Währung bei der Klimakonferenz in Kopenhagen sind eckige Klammern. Was eingeklammert ist, ist noch umstritten. In den Verhandlungstexten finden sich auch eine Woche vor Schluss noch Tausende solcher Klammern. Doch ein Text ist nun klammerfrei: Die Methodologie für REDD, dem Mechanismus "Reducing Emissions from Deforestation and Degradation".

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Sie produzierten einen Text ohne Klammern: Die Delegierten des Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice. (Foto: Messina)

Hinter diesem Akronym versteckt sich das Schicksal der Tropenwälder:  Rund ein Fünftel der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen stammt aus dem Raubbau an den Wäldern. In Kopenhagen hat man sich nun darauf geeinigt, wie diese Bäume gezählt werden sollen. Genauer: Der Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice SBSTA hat die Methodologie verabschiedet, also die Art und Weise wie die Buchhaltung für Wälder funktionieren soll.

Damit sind die Tropenwälder natürlich noch nicht gerettet. Aber die Welt ist der Rettung der Wälder einen großen Schritt näher gekommen. Denn nur wenn klar ist, wie die Bäume gezählt werden, kann man sie anschließend effektiv schützen.

Damit es soweit kommt, bedarf es aber noch einer zweiten Entscheidung. Im Rahmen der UN-Klima-Rahmenkonvention UNFCCC müssen insbesondere noch folgende Fragen geklärt werden:

  • Ziel: Soll der Raubbau an den Wäldern bis 2030 oder bis 2020 gestoppt werden?
  • Finanzierung: Die Entwicklungsländer sollen finanzielle Unterstützung von den Industriestaaten für den Schutz der Wälder erhalten. Da die Diskussionen über Finanzfragen im allgemeinen noch nicht abgeschlossen sind, ist aber noch unklar wieviel Geld für REDD zur Verfügung steht und woher dieses Geld kommt.
  • Sicherheiten: Massnahmen zum Schutz der Wälder dürfen nicht zum Nachteil der indigenen Völker, die in den Wäldern leben, erfolgen. Außerdem muss sichergestellt sein, dass Ur-Wälder nicht durch Plantagen ersetzt werden.
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Wieviel Bäume sind das? Sind das überhaupt Bäume? Palmölplantage auf Borneo. (Foto: Reimer)

Aus Sicht der Schweizer Delegation, ist die Einigung auf die REDD Methodologie dennoch ein wichtiger Meilenstein. "REDD ist das sichtbarste Thema in vielen Ländern. Die Erwartungen sind hoch. Mit der Einigung auf die Methodologie zeigen wir, dass Vertrauen (zwischen den Verhandlungsparteien) möglich ist" sagt ein Vertreter der Schweizer Delegation.

Kurz: Jetzt, wo klar ist wie die Bäume gezählt werden sollen, besteht die Hoffnung, dass auch in anderen Dossiers die Delegierten vor lauter Bäumen den Wald nicht übersehen.


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